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Messer-Attacke von Grafing: Neue Details zum Täter sind bekannt

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GRAFING
Der Täter war offenbar geistig verwirrt | dpa
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  • Nach dem Messerangriff von Grafing sind die Hintergründe der Tat noch unklar
  • Ein islamistischer Zusammenhang hat sich nicht bestätigt
  • Der Täter war zuvor in einer Klinik psychiatrisch behandelt worden

Am frühen Montagmorgen stach ein 27-Jahre alter Mann am Bahnhof im oberbayerischen Grafing, etwa 40 Kilometer südöstlich von München, mit einem Küchenmesser wahllos auf mehrere Menschen ein. Ein Opfer, ein 56-jähriger Mann, kam bei der Attacke ums Leben.

Was wir bisher über die Tat wissen - und was nicht:

1. Das Motiv ist noch unklar

Wie verschiedene Medien berichteten, soll der mutmaßliche Täter "Allahu Akbar" gerufen habe - also "Allah ist das Größte". Trotzdem hat sich ein politischer Hintergrund bisher nicht bestätigt. Der Staatsschutz habe bislang keine Erkenntnisse über den 27-Jährigen. Es werde aber geprüft, ob ein politischer Hintergrund vorliege.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sprach von einer "abscheulichen, feigen Messerattacke". Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann konnte zu den Hintergründen der Tat noch nichts näheres sagen. Derzeit würden noch weitere Zeugen befragt.

2. Der Täter war in psychiatrischer Behandlung

Laut Informationen aus Sicherheitskreisen soll der Mann, der aus dem hessischen Gießen stammt, drogenabhängig sein. Zudem soll er in einer Klinik in seiner Heimatstadt psychiatrisch behandelt worden sein. Zudem trug der Mann bei der Messerattacke keine Schuhe.

Der bayerische Innenminister sagte nach einer Kabinettssitzung in München, der seit zwei Jahren arbeitslose gelernte Schreiner habe offenbar psychische Probleme und Probleme mit Drogen. Auch die Staatsanwaltschaft erklärte, dass der Täter einen verwirrten Eindruck gemacht habe.

3. Der Täter war bereits vor wenigen Tagen auffällig geworden

Joachim Herrmann berichtetet außerdem, ass der Mann vor zwei oder drei Tagen der Polizei in einem anderen Bundesland aufgefallen sei, weil er sich "ungewöhnlich" verhalten habe. Weitere Details nannte der Minister nicht.

4. Der Angriffsort war zufällig gewählt

Bislang sei es den Ermittlern nicht gelungen, einen Bezug des Mannes nach Bayern oder Grafing herzustellen. Die Stadt war nach Angaben von LKA-Vizepräsidentin Petra Sandles ein "zufällig gewählter Tatort".

Nach den Ermittlungen war der 27-Jährige noch am Wochenende in psychiatrischer Behandlung gewesen. Am Montag fuhr er mit dem Zug von Fulda nach München. Weil ihm das Geld für eine Übernachtung in einem Hotel fehlte, hielt er sich längere Zeit im Münchner Bahnhof auf. Am Dienstag gegen 1.30 Uhr kam er nach Grafing, wie die Ermittler rekonstruierten.

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