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Muslima ist entsetzt, als sie ihr Bild im Jahrbuch der Schule sieht

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BAYAN ZEHLIF
Eine Bildunterschrift unter dem Foto der Muslima Bayan Zehlif in einem Schul-Jahrbuch löste einen Skandal aus | ASSOCIATED PRESS
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  • Im Jahrbuch einer US-Schule wurde eine Muslimin als "Isis" bezeichnet
  • Der Vorfall löste in den USA eine Debatte um Diskriminierung aus
  • Die Schule spricht von einem Druckfehler

Bayan Zehlif war entsetzt, als sie in das Jahrbuch ihrer Schule blickte. Die Schülerin an der Los Osos High School in Raucho, Cucamonga, in Südkalifornien ist Muslima.

Auf ihrem Jahrbuchfoto trägt sie einen Hidschab, ein Kopftuch. Anders als bei ihren Mitschülern steht unter ihrem Bild nicht ihr richtiger Name, sondern der der islamistischen Terrormiliz IS. Ihr Foto ist mit dem Namen "Isis Phillips" betitelt worden. ISIS ist in den USA eine der üblichen Bezeichnungen für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Zehlif hatte in einem Facebook-Post auf den Vorfall aufmerksam gemacht. "Die Schule hat sich mir gegenüber erdreistet, von einem Druckfehler zu sprechen. Ich bin anderer Ansicht", teilte Zehlif mit.

Susan Petrocelli, Direktorin der Los Osos High School, entschuldigte sich via Twitter für den "bedauerlichen Druckfehler".

Ein Druckfehler? Nach Angaben der Schule hat also jemand auf der Tastatur daneben gegriffen und aus "Bayan Zehlif" wurde "Isis Phillips".

Einem "Buzzfeed"-Bericht zufolge entschuldigten mehrere Mitglieder des Jahrbuchkomitees den Fauxpas. Demnach sei dem Foto unbeabsichtigt der Name einer ehemaligen Mitschülerin beigefügt worden - und die hieß tatsächlich wie die Terrormiliz.

"Was sich im Jahrbuch zugetragen hat, tut uns sehr leid", schrieb das Komitee auf Twitter. "Wir hätten jeden Namen im Buch aufmerksam prüfen sollen." Der Fehler sei "absolut unentschuldbar". Man sei mit der Aufarbeitung des Vorfalls befasst.

Die amerikanische Öffentlichkeit spekuliert nun darüber, ob es sich um ein Versehen handelt oder die Schülerin Bayan Zehlif vorsätzlich so bezeichnet wurde.

Vielleicht war es tatsächlich nur ein Versehen.

In Deutschland gibt es ja auch Politiker, die mal mit der Maus ausrutschen und aus Versehen auf Facebook sagen, dass sie an der Grenze mit Waffengewalt gegen Frauen und Kinder vorgehen würden.

Mit Material der DPA

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(ben)