Huffpost Germany

Merkur: Der kleinste Planet des Sonnensystems

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MERCURY PLANET
Nasa zeigt ein 3D-Bild vom Merkur | MarcelC via Getty Images
Drucken
  • Merkur ist der Sonne am nächsten
  • Seit Pluto ein Zwergplanet ist, ist Merkur der kleinste Planet

Merkur ist der nächste Planet zur Sonne. Er ist für uns deswegen weder einfach zu beobachten noch leicht mit Raumsonden zu erreichen. Was wissen wir dennoch über diesen Planeten?

Der kleinste Planet im Sonnensystem

Mit einem Durchmesser von 4878 Kilometern ist Merkur der kleinste Planet im Sonnensystem. Diesen Titel trug lange Pluto, doch seit dieser 2006 zum Zwergplaneten degradiert wurde, ist Merkur offiziell der Kleinste.

Die mittlere Bahngeschwindigkeit von Merkur beträgt etwa 47 km/sec. Er braucht damit nur 88 Tage um einmal die Sonne zu umkreisen. Mit durchschnittlich 58 Millionen Kilometern Abstand ist er der sonnennächste Planet.

Passend zum Thema: Merkur-Transit 2016

Mit bloßem Auge kann man ihn nur etwa eine Stunde am Abend- oder Morgenhimmel sehen. Lange Zeit war deshalb sehr wenig über diesen Planeten bekannt. Selbst nach der Erfindung des Fernrohrs im 17. Jahrhundert ließ sich nur wenig mehr als seine Phasengestalt erkennen.

Erst Radarbeobachtungen in den 1960er Jahren gaben genaueren Aufschluss über seine Rotationsbewegung. Er dreht sich in zwei Merkurjahren drei Mal um die eigene Achse.

Probleme für die Raumsonden

Zwei Umstände, die sich aus der Sonnennähe ergeben, erschweren die Merkur-Erkundung durch Raum-Sonden: Einerseits die Temperatur, andererseits die zunehmende Gravitation der Sonne.

Die Elektronik der Sonden kann kaum ausreichend gekühlt werden, da die Sonnenstrahlung im Bereich des Merkurs bis zu zehn Mal höher als auf der Erde ist. Dadurch heizt die sonnenbeschienene 350 bis 450 °C heiße Seite des Merkurs eine darüber hinwegfliegende Sonde auf wie eine gigantische Herdplatte.

Zum anderen werden die Sonden auf ihrem Flug zum Merkur durch die immer stärker wirkende Schwerkraft beschleunigt. Würden Sonden den Merkur im direktem Flug ansteuern, könnten sie nicht mehr mittels Triebwerken abgebremst werden, um auf seine Umlaufbahn zu gelangen.

Es bedarf einer komplizierten Bahn durch mehrere Vorbeiflüge an Venus und Merkur, die zu langen Flugzeiten von vielen Jahren führt, um die Beschleunigung abzubremsen. Seit Beginn der Weltraumfahrt wurden bislang nur zwei Sonden zu Merkur geschickt, die ihn auch erreicht haben.

Aufschluss durch Mariner 10 und Messenger

Im Jahr 1974 stieß erstmals eine Raumsonde zu Merkur vor. Mariner 10 flog drei Mal an Merkur vorbei. Das so gesammelte Bildmaterial zeigte eine von Einschlagskratern übersäte Oberfläche. Eine Überraschung war die Entdeckung eines schwachen Magnetfeldes, neben dem der Erde, das einzige bei einem erdähnlichen Planeten.

Im März 2011 trat die US-Raumsonde Messenger in die Umlaufbahn von Merkur ein. Durch sie konnte die gesamte Oberfläche erfasst werden. Während augenscheinlich Ähnlichkeit zum Erdmond besteht, ließen sich andere geologische Aktivitäten als dort nachweisen.

Ausbruchstellen lassen auf Vulkanismus schließen. Zudem lassen sich Runzelrücken auf der Oberfläche finden. Sie gelten als Beleg dafür, dass Merkur nach seinem Entstehen um mehrere Kilometer schrumpfte.

Passend zum Thema: NASA TV: Live-Stream aus dem Weltall

Die Sonde BepiColombo hätte bereits 2013 zum Merkur starten sollen. Da gewisse Entwicklungen länger als geplant dauern, wurde der Start bereits zwei Mal verschoben. Aktuell ist die nächste Merkur-Erkundung für Februar 2017 geplant.

Ein göttlicher Planet

Auch Merkur hat einen göttlichen Namensgeber: Mercurius ist der römische Gott, dessen Name auf das lateinische Wort merx (Ware) zurückgeht. Er wird mit dem griechischen Hermes gleichgesetzt und gilt wie dieser als Götterbote und Gott der Händler und Diebe.

Der Mythologie nach ist Hermes als Götterbote nicht nur Überbringer, sondern auch Übersetzer göttlicher Nachrichten. Seine Botschaften sind mehr als bloße Mitteilungen, denn sie bemühen sich um Einsicht und Verständnis.

Die Wissenschaft des Erklärens und Verstehens wird deswegen auch als Hermeneutik bezeichnet. Dass die Erforschung des so benannten Planeten sich annähernd so schwer gestaltet, wie menschliche Verstehensprozesse im allgemeinen, ist unter diesem Gesichtspunkt ein mehr als trefflicher Zufall.

Mehr aus dem Universum:

Auch auf HuffPost:

Sie filmte sich mit ihrem Handy, als etwas Unfassbares sie unterbrach