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Geheimes Video: So überfordert war Kölns Polizei in der Silvesternacht

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  • Ein geheimes Polizeivideo von der Silvesternacht in Köln ist aufgetaucht
  • Die Aufnahmen zeigen, wie überfordert die Beamten beim Räumen der Domplatte waren
  • NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) wehrt sich gegen Vertuschungsvorwürfe

"Ausnahmezustand hier am Bahnhof", hört man einen der Kölner Bereitschaftspolizisten sagen. Das WDR-Magazin "Westpol" hat Aufnahmen veröffentlicht, die bisher unter Verschluss standen. Das Video zeigt, wie überfordert die Beamten in der Silvesternacht wirklich waren.

Gewalttätige Übergriffe auf Frauen, in der Menge gezündete Böller, gefährliches Chaos: Nur 80 Beamten sollten die dramatische Situation in der Silvesternacht unter Kontrolle bringen und den Kölner Bahnhofsvorplatz räumen.

Riskanter Polizeieinsatz: Video dokumentiert Überforderung

"Du sollst mich nicht anfassen!", schreit eine Frau einem der überforderten Beamten entgegen. An anderer Stelle im Video sprechen Polizisten darüber, dass man die Menschenkette "mit zwei Leuten nicht halten" könne.

Um kurz vor Mitternacht wurde die riskante Räumungsaktion abgeschlossen, um 0.15 Uhr die Sperrung des Vorplatzes aufgehoben. Heute ist bekannt: Die Lage spitzte sich weiter zu und zahlreiche gewaltsame Übergriffe auf Frauen folgten.

Untersuchungsausschuss: Jäger wehrt sich gegen Vorwürfe

Am Montag äußerte sich Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) vor dem Untersuchungsausschuss zur Silvesternacht und wies jede Kritik von sich:

"Bis zum 3. Januar konnte keiner erahnen, was dort geschehen ist", sagte Jäger. "Der Vorwurf der Vertuschung ist aus der Luft gegriffen."

Die brisanten Videoaufnahmen der Polizei wird der Ausschuss laut WDR-Informationen erst Ende Mai thematisieren.

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