Huffpost Germany

Alles Google: Das sind die Alternativen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Seit vielen Jahren schon ist Google der Platzhirsch unter den Suchmaschinen, doch es gibt gute Alternativen

Google ist mit Abstand die größte Suchmaschine der Welt. Der Begriff googeln ist längst selbst ein Synonym für eine Suchanfrage im Internet. In Deutschland ist das US-Unternehmen mit über 90 Prozent Marktanteil klar der Platzhirsch, den besten Ruf genießt der Internet-Gigant allerdings nicht. Als Datenkrake verschrien sammelt Google eine Vielzahl vertraulicher Informationen, um nutzerspezifisch bessere Werbung schalten zu können. Es gibt jedoch gute Google-Alternativen, hier sehen Sie die bekanntesten.

DuckDuckGo

Google hat begonnen, sich zu wandeln. Wohin genau erfahren Sie in diesem Buch.

Seitdem durch die PRISM-Affäre bekannt wurde, dass Google dem US-Geheimdienst Informationen übermittelt, wurde das Thema Datenschutz vielen Nutzern immer bewusster. In diese Marktlücke stieß der Suchmaschinenbetreiber DuckDuckGo, der sich sehr hohe Datenschutzstandards auf die Fahne geschrieben hat. Weder IP-Adresse noch Suchanfragen speichert DuckDuckGo. Mit dem DuckDuckBot hat das US-Unternehmen einen eigenen Webcrawler, stützt sich aber zusätzlich auf Dienste wie Wikipedia, Bing oder Yandex. Für User, die eine Suchmaschine wollen, die einen nicht verfolgt, ist DuckDuckGo eine gute Adresse.

Bing

Microsofts Bing ging zwar erst 2009 online, hat sich aber bereits zu einer erstklassigen Suchmaschine gemausert. Die Suche nach Webseiten, Bildern, Videos und News ist mit Google auf Augenhöhe. Zudem wurde auch ein Kartendienst entwickelt. Wer allerdings auf der Suche nach einer Suchmaschine mit hohen Ansprüchen an Datenschutz ist, ist bei Bing an der falschen Adresse. Wie bei Google werden auch hier Benutzerdaten ausgewertet, um Werbung individuell zuschneiden zu können.

Yahoo

Yahoo war einst der größte Konkurrent von Google. Diese Zeiten sind allerdings längst passé. Seit Jahren schon fristet der Silicon-Valley-Dino ein Nischen-Dasein. Die eigene Suche basierte früher auf Ergebnissen von Google, Altavista und Inktomi. 2004 wurden diese Verträge aber aufgekündigt. Seit 2009 arbeitet Yahoo eng mit der Microsoft-Suchmaschine Bing zusammen. So werden ähnlich gute Suchergebnisse gewährleistet wie bei Google selbst.

MetaGer

Eine weitere Alternative wurde von der Universität Hannover entwickelt. Auch bei MetaGer wird Datenschutz groß geschrieben. Das Sammeln von personenspezifischen Daten wie IP-Adresse, Browser-Fingerprints oder Nutzer-Tracking, etwa über Cookies ist tabu. Genau genommen handelt es sich bei MetaGer um eine Meta-Suchmaschine, weil sie Suchergebnisse aus 50 verschiedenen Suchmaschinen bündelt. Daten werden ausschließlich verschlüsselt über das https-Protokoll übertragen. Alles in allem eine sichere und zuverlässige Suchmaschine, Abstriche gibt es aber für das altbackene Layout, die Vielzahl an Werbung und fehlende Videosuche.

Wolfram Alpha

Eine kleine Besonderheit ist die Antwortmaschine Wolfram Alpha. Genau genommen handelt es sich dabei um eine semantische Suchmaschine. Das bedeutet, dass diese Wissensmaschine versucht, Antworten auf konkret gestellte Fragen zu liefern, zum Beispiel "Wann starb Sepp Herberger?". Wolfram Alpha greift dafür auf zahlreiche Datenbanken zurück und wendet auf ihre Inhalte Algorithmen an. Dies funktioniert besonders gut bei Fragen nach Fakten zu Mathematik, Technik, Naturwissenschaften, Geschichte, Linguistik oder auch Wirtschaft. Aber natürlich weiß Wolfram nicht alles. Fazit: Für spezifische wissenschaftliche Suchen geeignet, für Kochrezepte und Klatsch und Tratsch eher weniger.

Ixquick

Auch Ixquick ist eine Meta-Suchmaschine, die Ergebnisse sind daher umfassend und präzise. Wie bei MetaGer und DuckDuckGo surfen die User anonym, denn Suchanfrage und IP-Adresse werden nicht gespeichert. Weil die Server des niederländischen Unternehmens darüber hinaus außerhalb der USA stehen, sind sie damit besser geschützt vor dem Zugriff von NSA und Co.

YaCy

YaCy, Kurzform für Yet another Cyberspace, ist eine Suchmaschine, die nach dem Peer-to-Peer-Prinzip arbeitet. Die freie Suchmaschinensoftware YaCy läuft nicht auf einem Server im Internet, sondern auf Ihrem eigenen Rechner und über die Rechner aller weiterer YaCy-Nutzer, die die Inhalte zur Verfügung stellen. Durch dieses dezentrale Netzwerk werden Sicherheit und Annonymität sichergestellt. Viele Universitäten und Unternehmen nutzen YaCy bereits als Portal- oder Intranetsuche. Eine erfolgreiche Suche steht und fällt hierbei also gleichzeitig mit der Anzahl der Nutzer.