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Wie dieser Mann Obdachlosen hilft, ist großartig

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Brett Feldman lebt in der 120.000-Einwohner-Stadt Allentown/USA. Er ist Arzt, doch sein Einsatzort ist nicht die Klinik. Der 34-Jährige hat eine größere Mission: Er packt Ausrüstung und Medikamente in einen Rucksack und bricht auf, um den Obdachlosen in seiner Stadt zu helfen, berichtet "Great Big Story".

Der Assistenzarzt kümmert sich um Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen - und sich vergessen fühlen, erzählt Feldman gegenüber "Great Big History". Dass andere hoffen, dass sie am nächsten Morgen nicht aufwachen würden, zum Beispiel. "Niemand sollte sich so fühlen", ergänzt er.

Mit der Straßenmedizin will Feldman deshalb auch eine Botschaft verbreiten. Nämlich jene, dass jeder Mensch zählt. Er leitet das Programm, das Teil des Lehigh Valley Gesundheitsnetzwerks ist.

Das Vertrauen der Patienten vor Ort gewinnen

Die meisten Obdachlosen in Allentown schlafen in dem Wald, der die Stadt umgibt. "Dorthin gehen wir, wenn wir nach unseren Patienten suchen", beschreibt Feldman seinen Arbeitsalltag. Es ist wichtig, die Patienten dort zu treffen und sie "an einem Ort zu behandeln, an dem sie sich wohlfühlen".

Er ist immer mit dem gleichen Team unterwegs, erzählt der Arzt, so kann ein Vertrauensverhältnis zwischen Ärzten und Patienten aufgebaut werden.

Auch, wenn Feldman zugibt, dass sein Job extrem anstrengend ist, die Prioritäten sind klar: "Es geht hier nicht um mich, es geht um sie."

Medizinische Versorgung von Obdachlosen in Deutschland

Im Bundesstaat Pennsylvania haben laut Angaben der "Allentown Rescue Mission" mehr als 15.000 Menschen kein Dach über dem Kopf und nichts zu essen.

In Deutschland gibt es dazu keine bundeseinheitlichen Statistiken. Die vorhandenen Zahlen stammen aus regelmäßigen Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W).

Diese prognostizierte die Zahl der Obdachlosen in Deutschland im Jahr 2016 auf 412.000, Tendenz steigend. Die medizinische Versorgung der Menschen stellt auch hier ein Problem dar.

Organisationen wie die Caritas bieten zwar sogenannte "niedrigschwellige medizinische Dienste", doch nach wie vor wissen nur wenige Menschen darüber Bescheid - oder schämen sich, diese in Anspruch zu nehmen.

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(gw)