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"Männlichkeitsproblem ": Experte hat erstaunliche Erklärung für den AfD-Erfolg

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DUMMHEIT DEUTSCHLAND
Sachsen-Anhalts AfD-Chef Poggenburg | dpa
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  • Parteienforscher Carsten Koschmieder spricht über Gründe des AfD-Erfolges im Osten Deutschlands
  • Er sieht ein "Männlichkeitsproblem", das Fremdenhass begünstige

Die etablierten Parteien streiten über den richtigen Umgang mit der AfD – und die Gründe für den Aufstieg der rechtspopulistischen Partei, die sich laut Umfragen noch immer im Aufwind befindet.

Das Nachrichtenmagazin "Focus Online" hat nun mit Parteienforscher Carsten Koschmieder von der Freien Universität Berlin über die Gründe des AfD-Erfolgs gesprochen. Der hat eine ungewöhnliche Erklärung.

Minderwertigkeitskomplexe und Verunsicherung

Angesprochen auf den besonders starken Stand der AfD im Osten Deutschlands sagte Joschmieder: "Männer haben dort noch stärker mit Minderwertigkeitskomplexen zu kämpfen, weil ihre alte Geschlechter-Stammrolle weiter zurückgestutzt wird. Und auf diese Verunsicherung finden einige Leute autoritäre, fremdenfeindliche und antisemitische Antworten.“

Das Männlichkeitsproblem im Osten sei also ein Grund für den Erfolg der AfD, erklärte der Parteienforscher.

Gut ausgebildete Frauen zögen aus den neuen Bundesländern weg, für Männer sei dies "doppelt tragisch“, weil in Ostdeutschland eine höhere Arbeitslosigkeit hinzukomme. Somit gebe es für das starke Geschlecht "weniger Frauen, um eine Familie zu gründen“.

Der Mythos von der "guten alten Zeit"

Einsamkeit und ungesunde Männlichkeitsvorstellungen als Motor für Fremdenfeindlichkeit? Es ist nur ein Erklärungsansatz, den der Experte vorbringt.

Er beobachte: "Die Leute suchen einfache Antworten auf eine neue, komplexere, wirrer erscheinende Welt."

Die AfD bemühe daher – wie auf dem Bundesparteitag in Stuttgart geschehen – immer wieder das Bild der "guten alten Zeit“. Besonders dort, "wo die Umbruchserfahrungen am größten sind“ habe diese Rhetorik Erfolg.

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bp