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800 Biker rasten durch Erlangen - mit nur einem Ziel

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Harte Schale, weicher Kern. Mit dem Klischee, dass Motorradfahrer biertrinkende, rülpsende und mit Klappmessern versehene Rüpel sind, räumt die folgende Geschichte auf.

Am Samstag fuhr eine Kolonne an Bikes, Quads und Trikes durch die Erlanger Innenstadt. Das Ziel: Die Kinder- und Jugendklinik.

Mehr als 800 Biker kamen extra für den 22. "Toy Run" nach Erlangen und fuhren mit quietschenden Reifen, begleitet von einem Hupkonzert der Klinik entgegen. Manchen Bürgern mag es bei dem Anblick Angst und Bange geworden sein. Beim "Toy Run" überbringen Biker bedürftigen Kindern Spenden.

Toy Run setzt sich für kranke Kinder in Erlangen ein

Beim Start in einem kleinen Dorf nahe Erlangen war es schon so voll, dass Motorradfahrer, die teilnehmen wollten, gestoppt werden mussten. Ein Biker reiste dabei extra aus Prag nach Erlangen, aber auch aus ganz Deutschland kamen Rocker, beispielsweise aus dem Rheingebiet, Heilbronn oder Frankfurt.

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Als die Biker am Kinderkrankenhaus ankamen, wurden sie schon von den Kindern erwartet. Im Vorfeld hatten die Biker Spenden gesammelt - zusätzlich brachten sie Spielsachen, Kuscheltiere und Bücher mit. Seit mehr als 20 Jahren engagieren sich Biker mit Sach- und Geldspenden beim "Toy Run".

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Organisiert wurde ein schöner Nachmittag, an dem die Biker zusammen mit den Kindern Aufgaben an verschiedenen Spielestationen in und vor der Klinik lösten. Außerdem gab es Live-Musik, Kuchen, Leberkäs-Brötchen und Getränke – alles auf Spendenbasis.

Geldspenden unterstützen zwei Projekte

Die Geldspenden der Motorrad-Clubs werden dabei gezielt für zwei Projekte benutzt: Zum einen wird ein Spielzimmer im Neubau der Kinderklinik errichtet. Der Hauptteil der Spenden geht aber an das eigens von "Toy Run" ins Leben gerufene Projekt "Active Onco Kids", das krebskranken Kindern schon während der Chemotherapie-Behandlung eine Sporttherapie ermöglicht, die die Behandlungsdauer verkürzen und die Heilungschancen verbessern soll.

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Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V.“ möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen.”Details findet ihr hier.

Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy Berlin.

(ben)