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CSU-Mann Söder attackiert Merkel: Zusammenarbeit mit CDU bedroht

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MARKUS SOEDER
CSU-Mann Söder attackiert Merkel: Zusammenarbeit mit CDU bedroht | Sean Gallup via Getty Images
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  • CSU-Politiker Markus Söder attackiert im ZDF die "linke" Politik der Schwesterpartei CDU
  • Diese habe für den Aufstieg der AfD am rechten Rand geführt
  • Söder spielte sogar auf eine Loslösung der CSU von ihrer Schwesterpartei an

Die Fronten zwischen CSU und CDU verhärten sich. Gestern hatte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer erklärt, vor der kommenden Bundestagswahl einen eigenen Wahlkampf –losgelöst von der Schwesterpartei - führen zu wollen. Nun sprang der bayrische Finanzminister Markus Söder ihm zur Seite: Er sieht die Zusammenarbeit der beiden Unionsparteien in Gefahr – und attackierte die CDU und Kanzlerin Angela Merkel.

In der ZDF-Sendung "Berlin direkt“ sagte Söder, Angela Merkel trage eine Mitschuld am Erstarken der AfD. Ähnlich klare Vorwürfe hatte bereits der CSU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt im am Samstag erschienenen "Spiegel“ erhoben.

Inhaltlich weiter entfernt denn je

Söder sagte, heute sei seine Partei von der CDU inhaltlich weiter entfernt als im Jahre 1976. Damals hatte die CSU im "Kreuther Trennungsbeschluss“ entschlossen, sich aus der Fraktionsgemeinschaft mit der CDU zu lösen, diesen Entschluss jedoch wenige Wochen später wieder zurückgenommen.

Söders Rückblick in die Vergangenheit hat Symbolcharakter. Er zeigt, wie sehr die beiden Parteien mittlerweile entzweit sind. Längst scheint nicht mehr gänzlich ausgeschlossen, dass es zu einer erneuten Trennung der beiden konservativ-christdemokratischen Parteien kommt.

"Patriotische Wähler brauchen eine Heimat"

Söder erklärte weiter, man könne als CDU seine Politik nicht als alternativlos bezeichnen und sich dann wundern, wenn die Menschen sich dann eine Alternative für Deutschland suchen würden. Durch die linke Politik der Kanzlerin sei "rechts dieser Platz entstanden“, den nun die AfD einnehme.

Die steht mittlerweile bundesweit bei 15 Prozent. Söder mahnte: "Wertkonservative, patriotische Wähler, national orientierte Wähler, die müssen auch eine politische Heimat finden.“

Die will die CSU bieten. Wenn es sein muss, wohl auch ohne die große Schwester CDU.

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