Huffpost Germany

Sex mit dem eigenen Vater: "Wir hatten beide einen Orgasmus"

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

"Es war so verrückt und verwirrend. Ich sah meinen Vater zum ersten mal nach vielen Jahren wieder, doch gleichzeitig dachte ich: 'Er sieht so gut aus!' Ich sah ihn als meinen Vater, aber ein Teil von mir dachte auch: 'Das ist dieser Kerl, mit dem ich im Internet gechattet habe, ich fühle mich ihm wirklich verbunden und ich finde ihn attraktiv.'"

Ein 18-jähriges Mädchen aus der Gegend der Great Lakes beschreibt die sexuelle Beziehung, die sie zu ihrem Vater hat. Das ausführliche Interview, bei dem sie anonym bleibt, erschien letztes Jahr im "New York Magazine".

Bevor sie ein Verhältnis mit ihm anfing, hatte sie ihren Vater zwölf Jahre lang nicht gesehen. Ihre Eltern hatten sich nach wenigen gemeinsamen Monaten getrennt, noch bevor sie zur Welt gekommen war. Sie wuchs zum Teil bei ihrer Mutter, die psychische Probleme hatte, und zum Teil bei ihren Großeltern auf.

"Wir waren uns so ähnlich"

Ihr Vater kam in unregelmäßigen Abständen zu Besuch und einige Erinnerungen sind ihr aus dieser Zeit geblieben. Wie sie im Garten Seifenblasen pusteten. Und der gemeinsame Zoobesuch, bei dem sie ein Kuscheltier von ihrem Vater bekam.

Nachdem ihre Mutter über Jahre hinweg den Kontakt zwischen Vater und Tochter unterbunden hatte, fanden die beiden sich schließlich auf Facebook und schrieben eine Weile hin und her.

"Wir hatten so viele Gemeinsamkeiten. Wir mochten die gleichen TV-Sendungen - die Simpsons und The Big Bang Theory - und wir beide liebten es zu malen. Der Gedanke, ihn 'kennenzulernen' kam mir merkwürdig vor - wir waren uns so ähnlich."

"Wir hatten beide einen Orgasmus"

Kurz darauf verbrachte die 18-jährige ein paar Tage in der Wohnung ihres Vaters. Dort kamen sie sich näher und entdeckten, dass sie Gefühle für einander hatten und sich auch körperlich angezogen fühlten.

Nach einer kleinen Rangelei, bei der beide Gänsehaut bekamen, hielten sie inne und gestanden sich ihre Gefühle füreinander ein. Offenbar war es nicht länger zu leugnen:

"Wir sprachen darüber, ob es falsch oder richtig sei und dann küssten wir uns. Wir haben rumgemacht und dann haben wir uns zum ersten Mal geliebt. Das war der Moment, in dem ich meine Jungfräulichkeit verlor."

Es sei sehr sinnlich gewesen, erzählt sie. "Es dauerte ungefähr eine Stunde und es gab viel Vorspiel. Wir hatten beide einen Orgasmus. Wir sind uns so ähnlich und es ist so einfach uns sexuell zu befriedigen. Zum Beispiel lieben wir es beide, am Hals des anderen zu knabbern. Ich war nie zuvor in einer so leidenschaftlichen, liebevollen und erfüllenden Situation."

Sie habe nicht einen Moment lang das Gefühl gehabt, dass sie es tun müsse, versichert sie. Ihr Vater sei sehr behutsam gewesen und habe sichergestellt, dass es ihr Wunsch war.

Sexuelle Anziehung unter Verwandten kommt häufig vor

Das Verhältnis, das die 18-Jährige beschreibt, ist nicht so ungewöhnlich, wie viele glauben.

Verwandte, die sich erst im Erwachsenenalter kennenlernen, entwickeln dem "Guardian" zufolge in 50 Prozent der Fälle Gefühle füreinander.

Diese Gefühle können sehr stark sein. Betroffene fühlen eine tiefe Liebe und Verbundenheit zueinander. Das Phänomen ist auch als Genetische Sexuelle Attraktivität (GSE) bekannt. Die Psychologen Michael Marks und Chris Fraley von der New Mexico State University konnten in drei verschiedenen Studien nachweisen, dass genetisch ähnliche Menschen tatsächlich eine sexuelle Anziehung füreinander empfinden - vorausgesetzt, sie wissen von der Verwandtschaft nicht.

Doch weil Inzest eines der größten Tabu-Themen in unserer Gesellschaft ist, sind nur wenige Fälle bekannt.

"Es fühlt sich natürlich an"

Auch das Mädchen aus Great Lakes empfindet eine starke sexuelle Anziehung zu ihrem Vater. Über den ersten Sex sagt sie: "Es war überhaupt nicht merkwürdig. Es fühlte sich so natürlich an. Ich fühlte mich, als hätte ich gerade mit dem Mann geschlafen, mit dem ich seit Jahren zusammen bin."

Inzwischen leben die beiden zusammen, planen eine Hochzeit und gemeinsame Kinder.

Öffentliche Akzeptanz ist gering

"Ich denke, wir haben eine bessere Beziehung als jedes andere Paar, das ich je getroffen habe, weil unsere Bindung so eng ist. Ich fühle mich ihm so nah und ich liebe ihn so sehr."

Das sehr ausführliche Interview bietet einen seltenen Einblick in GSE-Beziehungen und könnte helfen, diese Paare besser zu verstehen. Obwohl es verboten und ungewöhnlich ist, deutet nichts darauf hin, dass die 18-Jährige nicht jedes Wort ernst meint. Ganz offensichtlich ist ihre Liebe echt.

Die öffentliche Akzeptanz ist jedoch gering. Erst vor wenigen Wochen hatte die Geschichte einer 51-Jährigen, die sich in ihren Sohn verliebt hatte, international für Schlagzeilen gesorgt.

(lp)