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Sigmund Freud: Das bedeutet es, wenn ihr von Fischen und Wasserhähnen träumt

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SIGMUND FREUD
Google ehrt den Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud mit einem Doodle | Google
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Ein Google-Doodle erinnert heute an den 160. Geburtstag von Sigmund Freud. Er begründete die Psychoanalyse.

Und die begann mit Fischen: Während seines Studiums schlitze Freud 400 Aale auf, um festzustellen, ob sie Hoden hätten. Kein Wunder, dass dies Spuren hinterließ.

Später, in seinem ersten Buch "Traumdeutung", wird Freud den Fisch als Symbol für das männliche Geschlechtsteil interpretieren.

Wer von Fischen träumt, der träumt von Sex

Wer von Fischen träumt, der träumt also von Sex. Aber auch wer von, Schnecken, Schirmen, Schlangen, Hämmern, Wasserhähnen, Hängelampen oder Bleistiften träumt, der hat nur eines im Sinn: Sex, Sex, Sex.

Am 6. Mai 1856 wird Sigismund Schlomo Freud in einer jüdischen Familie in der kleinen Stadt Freiberg geboren. Seine Eltern sind arm: Sein Vater arbeitet als Wollhändler, seine Mutter versorgt den Haushalt.

Sein Vater wünscht sich, dass er etwas "Praktisches" macht. Doch Freud will studieren. Er entscheidet sich für Medizin, angeregt durch die Forschungen Charles Darwins. Im 19. Jahrhundert ist ein Studium keineswegs selbstverständlich und auch keine Garantie für Wohlstand.

Doch sein Medizinstudium verfolgte Freud in dieser Zeit nur nachlässig – mit Ausnahme der Vorlesungen zur Psychiatrie. Erst nach 15 Semestern besteht er das Examen und bekommt für seine Arbeit an den Nervensystemen von Fischen einen Doktortitel verliehen.

Die "Rede-Kur" soll Patienten heilen

Doch Freud will mehr. Ein Stipendium ermöglicht es ihm den berühmten Pariser Psychiater Jean-Martin Charcot verbringen. Dieser setzt sich mit der damaligen Modekrankheit Hysterie auseinander. Bei der schrien und tobten Frauen - Charcot will sie mit Hypnose heilen.

Freud ist beeindruckt - doch die Hypnose sieht er als falschen Weg. Einem Kollegen entwickelt er die "Rede-Kur", bei der ein Patient auf einem Sofa liegt und seinen Assoziationen freien Lauf lässt. Die berühmte Therapie-Couch wurde später in einigen Woody-Allen-Filmen aufgegriffen.

Für Freud rückt immer mehr die psychische Bedeutung unterdrückter sexueller Fantasien in den Mittelpunkt. Auch in seinem eigenen Leben. 1897 erwähnt er, dass er als Junge auf seinen Vater eifersüchtig und seine Mutter verliebt war: Er hatte den Ödipus-Komplex entdeckt.

Es, Ich und Über-Ich

1923 veröffentlicht Sigmund Freud schließlich sein bedeutendstes Werk: "Das Ich und das Es". Darin teilt er die Psyche in das Es, das Ich und das Über-Ich. Das Es steht für unbewusste Triebe und Bedürfnisse. Ein neugeborener Mensch besteht er zunächst nur aus dem Es: Ein Baby will nur Essen, Schlafen und berührt werden.

Das Ich entspricht dem bewussten Denken und dem Bild, das ein Mensch von sich selbst hat. Es handelt vernünftig statt nach dem Lustprinzip des Es'.

Das Über-Ich dagegen ist nach Freud die psychische Struktur, die vom Umfeld geprägt wurde. Also soziale Normen und Werte - also alles, was durch Erziehung und gesellschaftliche Einflüsse erlernt wurde.

Als Jude musste Freud schließlich fliehen. Als 1938 während des "Anschlusses" deutsche Soldaten in Österreich einmarschieren, flieht Freud mit Hilfe von Freunden über Paris nach London, wo er begeistert aufgenommen wird.

Dort kann Freud weiter praktizieren. Und noch heute steht dort seine berühmte Analyse-Couch im Freud-Museum.

Bereits 1922 war Freud an Gaumenkrebs erkrankt. Mehrmals wurde er deswegen operiert. In der Nacht zum 23. September 1939 stirbt er im Alter von 83 Jahren an seinem Krebsleiden.

Freuds Tochter Anna lebt und arbeitet bis zu ihrem Tod 1982 in London - auch sie wurde einmal mit einem Google-Doodle geehrt.

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