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Sigmund Freud: Warum ist auf dem Google Doodle ein Schiff?

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SIGMUND FREUD
Das Google Doodle mit Sigmund Freud: Am 6. Mai wäre er 160 Jahre alt geworden | Google
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Sigmund Freud hat am Freitag seinen 160. Geburtstag - und daran erinnert auch das Google Doodle vom 6. Mai. Auch wenn man es nicht auf den ersten Blick erkennen mag. Denn das Schiffchen irritiert.

Der österreichische Neurologe und Tiefenpsychologe Freud (1856 - 1939) hatte ja nichts mit der Seefahrt zu tun. Vielmehr war es unter anderem seine Idee, mentale Probleme durch das Gespräch zwischen Arzt und Patient zu lösen, die in berühmt gemacht hat.

Psychoanalyse und das Bild von der Couch

Sigmund Freud selbst lies die Hilfesuchenden bei solchen Sitzungen stets auf einer Couch Platz nehmen. Dort liegend sprachen sie dann über ihre Probleme. Dieses Bild hat die Vorstellung geprägt, die viele von der Psychoanalyse Freuds haben. Bis heute.

Doch davon sieht man auf dem Google Doodle nichts. Oder doch? Die Aussage des Doodles ist nicht offensichtlich, sondern benötigt eine eingehendere Analyse - wie passend zu Freuds Geburtstag. Wie kann man einen der größten Denker des 20. Jahrhunderts schließlich besser ehren, als selbst etwas nachzudenken.

Das Google Doodle zum Freud-Geburtstag - was es bedeutet

Also warum sehen wir auf dem Google Doodle dann keine Couch, sondern ein Schiff? Das Boot könnten wir als Hinweis darauf verstehen, dass die weißen Hügel Eisberge sind. Von ihnen sehen wir meist nur die Spitze - der größte Teil eines Eisberges ist in den Tiefen des Meeres verborgen.

Dazu passend: Sigmund Freud - das bedeutet es, wenn ihr von Fischen und Wasserhähnen träumt

Ähnlich verhält es sich Freud zufolge mit unseren Entscheidungen. Die meisten sind "unbewusst" (also im Verborgenen) motiviert und nur ein kleiner Teil "bewusst" (sind also offensichtlich).

Freud als Vermittler - auch auf dem Bild

google doodle freud

Doodle-Schaffer Kevin Laughlin hat aber auch bei der Komposition des Google-Bilds nichts dem Zufall überlassen: So befindet sich Freuds Profil sich an der Schnittstelle zwischen Oberfläche und Unterwelt - schließlich begründete er die Psychoanalyse, bei der Psychologen zu Mittlern zwischen dem Tiefen des Unbewussten und des Bewussten geworden sind.

Der 6. Mai war der Geburtstag des religionskritischen Juden, dessen Werke von den Nazis verbrannt wurden und der nach der Machtergreifung ins Exil gehen musste. 1939 starb der vom Krebs gezeichnete Freud in London.

Freuds Idee der Psychoanalyse lebt bis heute fort

Seine geniale Idee, deren Großartigkeit seiner Zeit viel diskutiert wurde - und wird, entwickelte sich weiter: Verschiedene Schulen haben sich daraus gebildet, die Idee wurde entsprechend modifiziert.

Und auch wenn nur noch wenige die Freud'sche Psychoanalyse praktizieren, wie der Psychiater Raphael Bonelli gegenüber dem "Deutschlandfunk" erklärt hat: Ein wichtiger Referenzpunkt für die Psychiatrie und Psychotherapie ist Freud auch heute noch.

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