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Sie ist sexsüchtig - und so geht es ihr wirklich dabei

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Ich bin sexsüchtig. Und so geht es mir dabei | Rafael Elias via Getty Images
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Viele Menschen halten Sex immer noch für etwas Schmutziges. Für etwas, über das man nicht redet. Was man allenfalls verschämt unter der Decke verrichtet. Das kann man schön beobachten, wenn man sich die Kommentarspalten unter Artikeln über Sex anschaut.

Sex gehört zum Leben

Dabei gehört Sex zum Leben. Für die eine mehr, für den anderen weniger. Aber es gibt auch Menschen, für die Sex noch eine ganz andere Bedeutung hat. Weil sie süchtig danach sind. Und zwar nicht, weil sie einfach eine starke Libido haben, sondern weil sie schon pathologisch oft Sex haben müssen.

Hypersexualität ist für viele schwer zu ertragen

Diese Hypersexualität ist für die Betroffenen alles andere als angenehm. Auf "Dazed Digital" beschreibt ein 25-jähriger Sex-süchtiger Mann es wie folgt: "Es ist, als wäre ich ständig hungrig. Wenn ich aufwache, fühle ich mich schon hungrig und wenn ich nichts dagegen mache, fühle ich mich zu Mittag richtig ausgehungert, am Abend bin ich fast irre. Masturbieren hilft, aber es ist eher wie ein kleiner Snack."

Emma, eine 22-jährige, beschreibt es wie folgt:

"Ich hatte schon sexuelles Begehren, da war ich 11. Aber ich habe es nicht verstanden, bis ich 15 wurde und zum ersten Mal Sex mit einem Partner hatte. Da habe ich verstanden, dass ich anders bin. Denn es war nichts, was ich gerne machen wollte, sondern was ich machen musste.

Es beeinflusst jeden Teil meines Lebens. Ich kann nicht schlafen, habe Ängste und Depressionen. Ich denke ständig darüber nach, was andere Leute wohl von mir halten. Ich habe keine engen Freunde, weil ich niemandem erzählen möchte, was mit mir los ist. Ich habe schon oft die Kontrolle verloren und mit allen möglichen Leuten geschlafen. Da bin ich nicht stolz darauf, aber ich habe es langsam im Griff.

Der einzige Partner, der das je verstanden hat, ist auch hypersexuell. Wir leben in einer monogamen Beziehung und ich bin glücklich. Unser aktives Sexleben hilft, aber das Schönste ist, jemanden zu haben, der einen liebt. Ex-Partner hatten oft die Angst, dass sie mich nicht befriedigen können. Das war auch oft wahr.

Um den Valentinstag herum leide ich besonders, denn die ganzen Angebote in den Sex-Shops machen mich verrückt. Wenn ich könnte, würde ich alles kaufen."

Sex macht Spaß, Sex gehört zum Leben. Aber das klingt nicht nach viel Vergnügen.

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(vr)