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"Atlas der Gefühle": Mit dieser Website will uns der Dalai Lama zum Glück verhelfen

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"Atals der Gefühle": Mit dieser Website will uns der Dalai Lama zum Glück verhelfen | Denis Balibouse / Reuters
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„Teile dein Wissen mit anderen. Dies ist eine gute Möglichkeit, Unsterblichkeit zu erlangen.“

Es ist einer von Tausenden Sätzen, die dem 14. Dalai Lama zugeschrieben werden, dem geistigen Oberhaupt der tibetischen Buddhisten. Dem mittlerweile 80-jährigen Friedensnobelpreisträger, dem Menschen überall auf der Welt zuhören. Weil er eine Güte, eine Weisheit, eine Ruhe und Freude ausstrahlt, die sie fesselt, berührt, beschämt.

Jetzt ist ein ganz besonderes Projekt des Dalai Lama Wirklichkeit geworden. Es bringt Wissenschaftler dazu, ihr Wissen mit der Welt zu teilen: im "Atlas der Emotionen“.

Mit Wissen über Gefühle zur Macht über Gefühle

"Der Atlas soll helfen zu verstehen, wie Emotionen unser Leben beeinflussen“, heißt es auf der Internetseite. "Emotionen sind wesentlich für unser Leben – sie schenken Freude, warnen uns vor Gefahren, zwingen uns zur Veränderung, warnen uns vor Giftigem, bringen andere dazu, uns zu helfen – aber wir suchen uns nicht aus, was oder wann wir fühlen.“

Der "Atlas of Emotions“ soll, so hat es sich der Dalai Lama gedacht, den Nutzern helfen, den Gefühlen nicht mehr so ausgeliefert zu sein – indem sie Wissen über die Gefühle, die Auslöser sammeln. "Als wir in eine neue Welt aufbrechen wollen, brauchen wir eine Karte, um dorthin zu kommen. Wenn wir Ruhe finden wollen, brauchen wir eine Karte der Emotionen“, zitiert die Seite den Dalai Lama.

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Es geht also nicht ums Wissen, sondern darum, einen glücklichen Menschen zu schaffen. "Eine glückliche Familie, eine glückliche Gesellschaft und letztlich eine glückliche Menschheit“, zitiert die "New York Times“ den Dalai Lama.

Wissenschafts-Koryphäe recherchierte für die Seite

Das wissenschaftliche Know-how für die Seite hat der bekannte US-Psychologe Paul Ekman zusammengestellt. Ekman hatte die Hollywood-Produktionsfirma "Pixar“ für den Film "Alles steht Kopf“ ("Inside Out“) beraten, der im Kopf der kleine Riley spielt und ihre Emotionen erklärt.

Laut "New York Times“ hat der Dalai Lama Ekman mindestens 750.000 Dollar für das Projekt gezahlt, das seit vielen Jahren entwickelt wird. Die Visualisierung stammt vom Studio Stamen Design, das auf Datenvisualisierung spezialisiert ist.

Die Sache mit dem Spaß

"Wenn es keinen Spaß macht, ist es ein Fehler“, sagte Ekman der Zeitung zufolge.

Nun, wer sich durch die diversen Seiten voller Kleingedrucktem zu Freude, Ärger, Ekel, Angst und Traurigkeit klickt, braucht schon recht viel Gelassenheit – ob nun buddhistischen oder sonstigen Ursprungs –, damit nicht die anfängliche Freude in Ärger kippt.

Aber vielleicht war das ja auch irgendwie beabsichtigt. Als meditative Übung. Oder als Trigger, um im Internet zu suchen, was der Dalai Lama so über Fehler gesagt haben soll.

Da findet sich unter anderem Folgendes:

"Wenn Du merkst, dass Du einen Fehler gemacht hast, unternimm unverzüglich etwas, um ihn zu korrigieren.“

Dazu wäre sicher noch Zeit. Die Seite ist noch nicht lange online, und derzeit ohnehin nur in englischer Sprache. Die Gefühls-App zum Herunterladen ist noch gar nicht verfügbar.

Vielleicht aber muss auch der Dalai Lama da erkennen:

"Die Dinge laufen nun einmal nicht so, wie wir uns das vorstellen."

Oder muss sich vielleicht nicht der Dalai Lama das fragen, sondern der User? Oder hat der Dalai Lama gerade erreicht, was er wollte, weil wir jetzt darüber nachdenken?

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(lk)