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"Zu radikal": Münchner Wirt erteilt Petry-Rede Absage

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FRAUKE PETRY
Absage für Frauke Petry: Eine geplante AfD-Veranstaltung in München nächste Woche wird nicht im Hofbräukeller stattfinden | Getty
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  • Frauke Petry soll laut eines Berichts der "Abendzeitung" aus dem Münchner Hofbräukeller ausgeladen worden sein
  • Dort hätte nächste Woche eine AfD-Veranstaltung stattfinden sollen
  • Als Grund für die Absage nannte der Wirt die "Radikalität" der Partei

Kommende Woche hätte AfD-Parteichefin Frauke Petry in München sprechen sollen. Lang vereinbarter Veranstaltungsort: der Hofbräukeller am Wiener Platz. Es ist ein altehrwürdiges Haus, das für gewöhnlich gut besucht ist.

Eine Woche vor der Veranstaltung sagte Hofbräukeller-Wirt Ricky Steinberg der Partei nun ab, berichtet die "Abendzeitung".

"Die Veranstaltung wird nicht bei uns stattfinden", sagt Steinberg im Interview mit dem Blatt. Die AfD habe schon vor längerem bei ihm wegen der Veranstaltung angefragt. Zunächst habe er auch zugesagt: "Als sie noch nicht so radikal waren."

"Das können wir uns nicht leisten"

Nach den großen Wahlerfolgen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz im März "habe man die Partei nicht einfach ignorieren können", erklärte der Wirt seine erste Entscheidung, die Veranstaltung bei sich stattfinden zu lassen.

Ausschlaggebend für seine Entscheidung, Petry wieder auszuladen, sei der Parteitag in Stuttgart gewesen. Dort hatte sich die Partei um Petry auf ein Grundsatzprogramm geeinigt, das unter anderem den Islam grundsätzlich ablehnt.

"Aufgrund der Situation nach dem Parteitag haben wir gesagt, das können wir uns nicht leisten – auch sicherheitstechnisch", sagt Steinberg.

"Rechtes Pack will ich hier nicht haben"

Beim AfD-Parteitag in Stuttgart war es zu zum Teil gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Gegendemonstranten und der Polizei gekommen. Rund 500 Menschen mussten dort zeitweise unter Gewahrsam genommen werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Wirt gegen Fremdenfeindlichkeit abgrenzt: Wie die "Abendzeitung" weiter berichtet, soll Steinberg vergangen Juli eine Burschenschaft des Lokals verwiesen haben.

"Rechtes Pack" wolle er nicht mehr bei sich haben, zitierte ihn das Blatt damals. Die Schankstube sei ein "weltoffenes und gastfreundliches Restaurant".

Wo die Münchner Veranstaltung der AfD nun stattfinden wird, ist bisher noch nicht bekannt.

Mit Material von dpa

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