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Wettrüsten eskaliert: Putin verlegt 15.000 Soldaten nach Westen

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Wettrüsten eskaliert: Putin verlegt 15.000 Soldaten in die Nähe der Ukraine | Maxim Shemetov / Reuters
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  • Russland verlegt 15.000 Soldaten nach Westen
  • Damit reagiert Moskau auf die erhöhte Nato-Militärpräsenz im Baltikum

Der Rüstungs-Wettstreit zwischen der Nato und Russland schaukelt sich weiter auf. Nachdem die USA verkündet hatten, über 4000 Soldaten und 250 Panzer nach Polen und ins Baltikum zu verlegen, reagiert Moskau: Drei neue Divisionen mit insgesamt mindestens 15.000 Soldaten sollen im Westen und Süden des Landes stationiert werden, um die Grenzen zu sichern.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu nannte die Nato-Aktivität gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Tass "ein sehr gefährliches Heranrücken“ an die Grenzen seines Landes.

Der Direktor der Abteilung für gesamteuropäische Zusammenarbeit des russischen Außenministeriums, Andrej Kelin, äußerte, es sei zu prüfen, ob die Neu-Stationierung der US-Truppen gegen die Grundakte verstoße, die Russland 1997 mit der Nato abgeschlossen hat.

Auch Deutschland mischt im Baltikum mit

Die Grundakte regelt unter anderen den "Verzicht auf die Androhung oder Anwendung von Gewalt gegeneinander oder gegen irgendeinen anderen Staat, seine Souveränität, territoriale Unversehrtheit oder politische Unabhängigkeit“.

Auch Deutschland will seinen Teil zur gesteigerten Nato-Militärpräsenz im Osten beitragen. Das Verteidigungsministerium hat bestätigt, das Bataillon in Litauen mit einer Kompanie (150 bis 250 Soldaten) anführen zu wollen.

Kein Ende der Eskalation in Sicht

Schoigu erklärte, zwei der drei neuen Panzerdivisionen sollten im westlichen Militärbezirk stationiert werden, zu dem etwa Moskau und die Baltische Flotte gehören.

Die Eskalation der Lage kommt, nachdem russische Kampfflugzeuge in der Ostsee einen US-Zerstörer in riskanten Manövern überflogen hatten.

Die Entwicklungen sind besorgniserregend: Alexander Golts, ein russischer Militäranalyst an der schwedischen Universität Uppsala, sagte dem "Wall Street Journal“: "Solche Vorfälle werden sich wiederholen, bis Wladimir Putin glaubt, das Washington Moskau ebenbürtig behandelt.“

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bp