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Diese Technik sorgt für grünen Strom - und könnte ein Leben auf hoher See ermöglichen

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HELIOFLOAT
Diese Technik sorgt für grünen Strom - und könnte ein Leben auf hoher See ermöglichen | Heliofloat
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  • Forscher der TU Wien haben eine Technik entwickelt, die Offshore-Solarparks wellenfest machen soll
  • Bisher waren Solaranlagen nur in ruhigen Gewässern realisierbar gewesen
  • Die Technik könnte nicht nur für die Energiegewinnung ein Meilenstein sein

Im Jahre 2010 wurde in Deutschland der erste Offshore-Windpark in Betrieb genommen. Die Idee: Windräder im Küstenvorfeld der Meere liefern Strom, nutzen die hervorragenden Wetterbedingungen der Küstenregion – und sparen zudem Platz auf dem Land.

Bald könnten auch Sonnenkollektoren auf hoher See errichtet werden: Dank einer genialen Technik, die Forscher der TU Wien entwickelten.

Stromgewinnung nicht mehr nur in ruhigem Gewässer

Solarparks im Wasser, das ist im Grunde nichts Neues. Der japanische Elektronikkonzern Kyocera begann vor zwei Jahren etwa mit dem Bau zweier schwimmender Anlagen, die insgesamt 2,9 Megawatt grünen Strom, genug für 920 Haushalte, liefern können.

Praktisch: Neben den Platzvorteilen bietet das Wasser auch einen Kühleffekt, der den Stromertrag der Anlage erhöht. Das Problem: Auf hoher See waren solche Solarparks bislang nicht realisierbar, da sie dem Wellengang nicht standhalten würden.

Das soll die "Heliofloat“ genannte Technik der TU Wien ändern. Es ist eine Leichtbaukonstruktion von der Größe eines Fußballfeldes, die von offenen Schwimmkörpern getragen wird, wie Prof. Markus Haider vom Institut für Energietechnik und Thermodynamik der "WiWo Green“ erklärte.

"Helifloat" könnte Leben auf dem Meer möglich machen

So soll sie sogar dem schlimmsten Wetter trotzen. Wie ein nach unten offenes Fass funktioniert der Auftriebskörper der Solarplattform. Er besteht aus einem weichen, sehr flexiblen Material. Der obere Bereich ist mit Luft gefüllt, daher schwimmt die Konstruktion. Mehrere dieser Luftfässer tragen die Fläche.

Doch nicht nur für Deutschland ist das Projekt überaus spannend. Grade in heißeren Ländern haben die Solarkollektoren einen weiteren Vorteil: Sie können Seen vor dem Austrocknen bewahren, da sie die Verdungstungsfläche minimieren, aber noch genug Sonnenlicht durchlassen, um das Leben unter Wasser nicht zu beeinträchtigen.

Und: In Zukunft könnte "Heliofloat“ auch zum Betreiben von Aquafarmen genutzt werden. Selbst Sportanlagen und Wohnhäuser auf offener See werden durch die neue Technik denkbar.

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bp