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AfD will Imagewechsel? Partei-Chef Jörg Meuthen besucht eine Moschee

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AfD will Imagewechsel? Partei-Chef Jörg Meuthen besucht eine Moschee | Pawel Kopczynski / Reuters
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  • AfD-Chef Jörg Meuthen hat im baden-württembergischen Weil eine Moschee besucht
  • Auch seine Parteikollegin Frauke Petry sucht den Dialog mit Muslimen
  • Dennoch flaut die Kritik am islamfeindlichen Parteiprogramm der AfD nicht ab

Der "Muezzin-Ruf darf nicht gleichwertig sein wie das Glockenläuten der Kirche“: Ein Satz, der in den vergangenen Tagen und Wochen von AfD-Anhängern fast gebetsmühlenartig wiederholt wurde. Auch von Parteichef Jörg Meuthen. Der besuchte jetzt eine Moschee im baden-württembergischen Weil. Eine Reaktion auf die harsche Kritik am Anti-Islam-Kurs seiner Partei?

Empfangen wurde Meuthen am Dienstag in der Qamar-Moschee, die zur in Indien gegründeten Ahmadiyya-Muslim-Jamaa-Bewegung gehört. Die Einladung sei von der muslimischen Gemeinde ausgegangen. "Dialog ist immer gut, ich für meinen Teil stehe bereits in Kontakt zu weiteren muslimischen Spitzenverbänden", erklärte Meuthen gegenüber "Spiegel Online“.

Frauke Petry will Zentralrat der Muslime treffen

Auch Frauke Petry, neben Meuthen Vorsitzende der AfD, hatte in der vergangenen Woche ihre Dialogbereitschaft mit Muslimen erklärt: Im Interview mit dem "Deutschlandfunk“ erklärte sie, sie nehme die Einladung des Zentralrats der Muslime an. Dieser hatte einen offenen Brief an die AfD-Spitze gerichtet – mit einem Gesprächsangebot. "Wir wollen wissen, woher diese Ablehnung des Islam, auch dieser Hass herkommt", sagte Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats.

Mazyek war in der Vergangenheit als einer der schärfsten Kritiker der AfD aufgetreten. Dem "NDR“ sagte er einmal: "Es gibt zum ersten Mal seit Hitler-Deutschland eine Partei, die erneut eine ganze Religionsgemeinschaft diskreditiert und sie existenziell bedroht. Das müssen wir feststellen und auch so betonen."

Die AfD hatte diese Vorwürfe zurückgewiesen. Beatrix von Storch, Vizevorsitzende der Partei, warf Mazyek vor, die Verbrechen des Dritten Reiches zu verharmlosen.

Dialogbereitschaft als strategischer Imagewandel?

Jetzt soll es also zur Aussprache der beiden Seiten kommen. Für die AfD vielleicht die Möglichkeit, zumindest einen kleinen Imagewandel zu vollziehen. Denn das auf dem Bundesparteitag am Wochenende beschlossene Anti-Islam-Programm war von allen Seiten scharf angegriffen worden.

Auch Justizminister Heiko Maas (SPD) kritisierte das Grundsatzprogramm der rechtspopulistischen Partei. Im Programm gebe es mehrere Eingriffe in die Religionsfreiheit, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. "Es wird ein Rechtsverständnis der Partei deutlich, bei dem die Grundrechte nicht allen, sondern nur einer der AfD genehmen Gruppe zugestanden werden sollen“, so Maas.

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bp