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"Trump hat seine Kritiker gedemütigt": Internationale Pressestimmen zu Trumps Sieg in Indianapolis

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DONALD TRUMP TED CRUZ
Donald Trump siegte in Indianapolis. | ASSOCIATED PRESS
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  • Internationale Medien sehen Donald Trumps Sieg in Indianapolis als richtungsweisend für die Republikaner
  • Die "Chamäleon-Taktik" seines Kontrahenten Ted Cruz sei falsch gewesen

Donald Trump hat seinen republikanischen Mitbewerber Ted Cruz in die Knie gezwungen: Nach dem Sieg des Multimilliardärs im Bundesstaat Indianapolis zog sich Cruz aus dem Präsidentschaftswahlkampf zurück.

Die internationale Presse ist sich einig: Cruz verfolgte ein falsche Taktik. Für Trump könnte es jetzt erst richtig losgehen.

Die "New York Times" schreibt, Trumps Sieg sei ein außergewöhnlicher Moment in der amerikanischen Politikgeschichte.

"Trump ist nun auf dem Weg, der erste Fahnenträger der Republikaner seit Dwight D. Eisenhower zu werden, ein Fünf-Sterne-General und Befehlshaber der Alliierten Streitkräfte in Europa während des Zweiten Weltkriegs II, der noch nicht in einem politischen Amt gedient hat."

"Vielleicht erstaunlichste Entwicklung der jüngeren US-Geschichte"

Auch das amerikanische Magazin "Time" sieht in Trumps Kandidatur einen historischen Moment: "Mit Trumps finalem Schritt zur Nominierung als Kandidat der Republikaner zeichnet sich die vielleicht erstaunlichste Entwicklung der jüngeren US-Geschichte ab."

Die "Washington Post" schreibt, Trump habe seine Kritiker gedemütigt und "es könnte nicht das letzte Mal sein".

Der britische "Guardian" beleuchtet Trumps Ansehen bei den Wählern und der Partei. "Trump erringt also gewissermaßen die Nominierung, während sein persönlicher Zuspruch bei den Wählern im Keller ist. (...) Die Feindseligkeit, die ihm von Teilen der Führung der republikanischen Partei entgegenschlägt, ist ohne Beispiel."

Zu stoppen sei Trump laut "Guardian" bei den Republikanern trotzdem nicht mehr: "Nichts von diesen harten Tatsachen konnte die Strahlkraft von Trumps Stunde des Sieges schwächen."

Cruz' Taktik nützte nur Trump

Die israelische Zeitung "Haaretz" schreibt, Trump nutze sein "Bild des erfolgreichen Playboys, der nur auf sich selbst hört und damit die Welt überlistet verärgerte republikanischen Wähler für sich begeistert".

Auch in der Schweiz wird Trumps Sieg als Zeichen für seinen großen Zuspruch unter den Wählern der Republikaner gewertet. Die "Neue Zürcher Zeitung" schreibt, Trump sei für einen "großen Teil der Wählerschaft, die an den Vorwahlen teilnahm, der Mann der Stunde".

Ted Cruz, der sich nach den Ergebnissen von Indianapolis aus den Rennen zurückzog, wird von der Presse vor allem für seine Taktik während der Vorwahlen kritisiert.

"Cruz' Achterbahnfahrt endet nach einer Reihe verzweifelter Anläufe", schreibt die "Washington Post".

Die Onlineausgabe der "Neuen Zürcher Zeitung" geht ebenfalls mit Cruz' Kampagne ins Gericht: "Cruz, der nichts spontan tut, muss gehofft haben, seine Tirade gegen Trump werde ihm nützen. Das Wahlresultat erscheint in diesem Licht umso vernichtender."

Die "New York Times" blickt darauf, was ohne Cruz nun folgt: "Was nun übrig bleibt, ist der 'Trumpismus'. Es ist eine Idee, die manchmal aufschlussreich und oft auf böse Art und Weise zeigt, welche Art von Partei die Republikaner werden sollten – und eine, die eine Vielzahl von Republikaner nun wirklich begrüßen."

Auch die "Los Angeles Times" zieht den Vergleich zwischen Trumps und Cruz' Taktik: "Cruz hatte recht: Die Republikaner wollen einen Kandidaten, der gegen das politische Establishment ist – nur eben nicht ihn."

Mit seiner Strategie habe es Cruz geschafft, sich selbst zu Fall zu bringen. Sein mal kumpelhaftes Anschmiegen gepaart mit den harten Anschuldigungen seien eine "Chamäleon-Taktik", die am Ende nur Trump etwas brachten, resümiert die "Los Angeles Times".

Mit Material der dpa

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(lk)