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Smart-Chefin Annette Winkler: "Gerüstet für die Zukunft"

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Smart-Chefin Annette Winkler in Peking:

Rund 400 Smart-Kleinwagen sind bei car2go in Chongqing seit Mitte April im Einsatz. Außerdem wurden anlässlich der Auto Show in Chinas Hauptstadt neue Modellvarianten des Kleinwagens vorgestellt: Die leistungsgesteigerten smart Brabus-Modelle mit 109 PS und eine auf 188 Exemplare limitierte "Edition Kris Wu" des viersitzigen smart forfour, die dem populären chinesischen Sänger, Schauspieler und Basketballer gewidmet ist. "In China gibt es mehr als 150 Städte mit mehr als 1 Mio. Einwohner", stellte Smart-Chefin Annette Winkler fest. "Für sie bieten wir die idealen Stadtautos."

Wie zufrieden sind Sie mit dem China-Geschäft?

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Annette Winkler: Wir sind in China sehr erfolgreich. Unsere Autos gelten unter den jungen Chinesen als ausgesprochen stylisch, neue Services wie das carsharing sind offensichtlich sehr gefragt. Das Durchschnittsalter der Kunden ist erheblich jünger als in Europa.

Mitte April startete car2go in Chongqing mit 400 Smart-Fahrzeugen. Wie verliefen die ersten Wochen?

Winkler: Unser erster Eindruck ist, dass car2go auch hier großen Erfolg haben wird. Schon in den ersten Wochen haben sich sagenhaft viele Kunden registriert.

Schaffen Sie sich mit car2go nicht einen Wettbewerb im eigenen Haus zu Lasten der Verkaufszahlen?

Winkler: Nein. Wer sich ein Auto auf Zeit nimmt, möchte entweder kein eigenes Auto, oder das eigene ist ihm zu groß für den Stadtverkehr. Und wir machen auch oft die Erfahrung, dass die Leute sagen: "Wir mieten so oft, da kaufen wir doch lieber gleich einen Smart.

Sind für den Verkaufserfolg in China Testimonials wie Kris Wu notwendig?

Winkler: Ein Star wie Kris Wu begeistert natürlich das jüngere Publikum. Für die 188 Autos seiner Edition gab es bereits nach wenigen Tagen über 500 Vorbestellungen, so dass nach Verkaufsstart die Smart ruck-zuck ausverkauft sein werden.

Wie sieht der Verkehr in Großstädten wie Peking in 20 Jahren aus?

Winkler: Platzsparende, flexible, umweltorientierte und individuelle Mobilität in der Stadt wird ein immer wichtigeres Thema. Das kommt uns entgegen, da wir mit unseren Autos schon immer auf die Stadt fokussiert waren. Mit einem Smart braucht man nur einen halben Parkplatz. Wendigkeit und Wendekreis sind unschlagbar und genügend Stauraum hat er auch. Wir sind also für die Zukunft schon heute gut aufgestellt.

Ist bei so viel Vernunft ein Brabus Smart nicht unvernünftig?

Winkler: Aber nein! Das ist ein wunderbar fröhlich-dynamisches Stadtauto, einfach eine kleine "Rennsemmel" für junge und junggebliebene Leute, die zwischendurch mal aufs Gas gehen und Spaß haben wollen. Außerdem ist der smart Brabus optisch durch verschiedene Anbauteile im Exterieur und Veredelungen im Interieur immer etwas Besonderes.

Wann werden wir die ersten teilautonomen Assistenzsysteme in einem Smart erleben?

Winkler: Das sehe ich derzeit noch nicht, weil diese Technik sehr teuer ist und sich nicht mit den Preisen eines Smart vereinbaren lässt.

Und welche Rolle wird der vollelektrische e-smart spielen?

Winkler: Ich fahre selbst einen, und das so gerne, dass ich mich gar nicht von ihm trennen mag. Aber jetzt muss man ja nicht mehr lange warten, denn noch in diesem Jahr werden wir die neue Baureihe vorstellen, von der ich mir sehr viel verspreche. Um die Elektromobilität voranzutreiben, müsste aber vor allem auch die entsprechende Infrastruktur geschaffen und möglichst weitere Anreize gegeben werden, zum Beispiel kostenloses Parken für Elektrofahrzeuge in der Stadt. Ich freue mich daher auch auf die jüngst gemeinsam mit der Bundesregierung getroffene Vereinbarung zur Kaufprämie. Das wird helfen, schneller als bisher Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Wir arbeiten auch schon an einer Idee, wie Kunden die neuen smart electric drive vorab reservieren können.