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Giftgas-Albtraum: Experten warnen vor der neuen Horror-Waffe des IS

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Giftgas-Albtraum: Experten warnen vor der neuen Horror-Waffe des IS | Sana Sana / Reuters
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Immer wieder kommt es in Syrien und im Nordirak zu Angriffen mit Chemiewaffen - Experten vermuten schon lange, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) dahinter steckt.

Die "New York Times" hatte vor einigen Wochen herausgefunden, dass US-Streitkräfte einen irakischen Experten für chemische und biologische Waffen gefangen genommen hatten, der einst für Saddam Husseins Militär gearbeitet und sich dann dem IS angeschlossen habe. Bei Vernehmungen soll er detailliert geschildert haben, wie der IS Granaten mit Senfgas füllt.

Der IS und Chemiewaffen - es wäre der ultimative Alptraum.

Dass dieses Schreckens-Szenario durchaus realistisch ist, legen jetzt auch Aussagen der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) nahe. Deren Generaldirektor, Ahmet Üzümcü, hat am Dienstag auf die Gefahr hingewiesen, dass der IS Chemiewaffen produzieren und diese international geächtete Waffengattung im Irak und in Syrien bereits eingesetzt haben könnte.

Üzümcü bezeichnete die Möglichkeit, dass der IS selbst Chemiewaffen herstellen könnte, als "extrem besorgniserregend". Der OPCW-Generaldirektor hatte diesen Verdacht bereits mehrmals geäußert. Auch der Chef des US-Geheimdienstes CIA, John Brennan, hatte im Februar gesagt, dass IS-Kämpfer in der Lage seien, in kleineren Mengen Chlor und Senfgas herzustellen.

Ehemalige irakische Soldaten, die am Chemiewaffenprogramm unter Saddam Hussein beteiligt gewesen seien, arbeiteten heute für die Dschihadistenmiliz, sagte Brennen damals.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Berichte über einen möglichen Giftgas-Einsatz des IS gegeben.

  • Im August 2015 kursierten Berichte von kurdischen Kämpfern, die von Verbrennungen und Verätzungen erzählten - und die wiederum auf Senfgas-Angriffe hindeuteten.
  • Vor wenigen Wochen meldete die syrische Nachrichtenagentur Sana eine Gasattacke auf syrische Regierungstruppen - auch hier sollte der IS dahinterstecken.
  • Im März waren bei einem mutmaßlichen Giftgasangriff des IS auf die irakische Stadt Tasa drei Kinder getötet und rund 1.500 Menschen verletzt. Festgestellt wurden Verbrennungen, Hautausschlag und Atemprobleme.

Bleibt die Frage: Wie kommt der IS an das schwierig herzustellende Senfgas?

Sicherheitsexperten vermuten, dass es aus Lagern der irakischen Streitkräfte stammen könnte. Es ist historisch belegt, dass der irakische Ex-Diktator Saddam Hussein über ein großes Arsenal an chemischen Waffen verfügte - und es auch einsetzte. So waren allein bei einer Attacke auf die Stadt Halabdscha im März 1988 Tausende Menschen ums Leben gekommen.

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