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Umfrage zeigt, was die Deutschen wirklich über den Islam denken

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ISLAM
Ein Großteil der Deutschen steht dem Islam ablehnend gegenüber | Getty
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  • Nach einer Umfrage sehen 60 Prozent den Islam nicht als Teil Deutschlands
  • Dabei unterscheiden sie aber zwischen dem Islam als Religion und den Muslimen als Individuen

Die Deutschen nehmen eine zunehmend ablehnende Haltung gegenüber dem Islam ein. So denken laut einer Umfrage 60 Prozent der Deutschen, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre. Nur 22 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass die Religion Teil der deutschen Gesellschaft sei.

Das ermittelte eine aktuelle Umfrage der "Bild"-Zeitung in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut INSA. Für die Studie sollten sich insgesamt 2054 Befragte zu den Themen Islam und Islamisierung äußern.

Nur bei den Grünen sehen den meisten den Islam als Teil Deutschlands

Die Umfrage zeigt, dass die Haltung der Deutschen zum Islam im letzten Jahr deutlich kritischer geworden ist. So hätten im Januar 2015 noch 37 Prozent der Aussage zugestimmt, der Islam gehöre zu Deutschland – ein Minus von 15 Prozentpunkten.

Die Umfrage offenbart auch, wie gespalten die Republik über den Umgang mit dem Islam ist. Sie zeigt ein Ost-West-Gefälle auf. Die Befragten in den neuen Bundesländern äußerten sich zum Islam deutlich kritische. Der Aussage "Der Islam gehört zu Deutschland" stimmten beispielsweise nur 17 Prozent der Befragten in den neuen Bundesländern zu. In Westdeutschland waren es immerhin 23 Prozent.

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Die Ablehnung des Islams zieht sich quer durch die Parteien. Nur die Wähler der Grünen stimmten der Aussage mehrheitlich zu, der Islam gehöre zu Deutschland – das allerdings ebenfalls knapp (42 Prozent zu 39 Prozent). Unter den AfD-Wählern lehnen ganze 92 Prozent den Islam ab, berichtet "Bild".

Angst vor einer Islamisierung ist in Deutschland weit verbreitet

Dabei unterscheiden die Deutschen allerdings zwischen den Muslimen und ihrer Religion. Während 60 Prozent der Befragten verneinten, dass der Islam zu Deutschland gehöre, wollten nur 29,8 Prozent die hier lebenden Muslime ausschließen.

Die Angst vor der Islamisierung ist in Deutschland weit verbreitet. Beinahe die Hälfte aller Befragten (46 Prozent) sorgt sich deswegen, berichtet "Bild". Menschen mit Migrationshintergrund fürchten sich allerdings weniger vor der Islamisierung – hier beträgt der Anteil nur 36 Prozent.

Vor allem unter Anhängern der AfD (90 Prozent) und FDP (59 Prozent) ist die Angst vor der Islamisierung weit verbreitet. Wähler der SPD, der Grünen und der Union sorgen sich deutlich weniger vor einer islamischen Übernahme Deutschlands.

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