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Haseloff kritisiert Merkel: "Politische Korrektheit macht die AfD nur stärker"

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Haseloff kritisiert Merkel: "Politische Korrektheit macht die AfD nur stärker" | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff will den "rechten demokratischen Rand" für die CDU gewinnen
  • Er kritisierte Merkels Kurs der "politischen Korrektheit"

Die CDU unter Parteichefin und Kanzlerin Angela Merkel ringt um ihren Kurs. Wie soll die CDU damit umgehen, dass die AfD höchst erfolgreich unter ihren Wählern wildert?

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat darauf in einem Interview mit der „Welt“ jetzt eine eindeutige Antwort gegeben: „Die Philosophie, die CDU solle sich ausschließlich auf die Mitte konzentrieren, muss durchdacht werden“, sagte er. Er will den „demokratischen konservativen Rand“ nicht der Alternative für Deutschland (AfD) überlassen.

Die AfD war in der Landtagswahl am 13. März in Sachsen-Anhalt mit mit rund 24 Prozent zweitstärkste Kraft geworden, nach der CDU, die knapp 30 Prozent bekam.

Haseloff nimmt CSU als Vorbild

Vorbild für Haseloff ist die bayerische Schwesterpartei CSU: „Wir müssen, wie schon Franz Josef Strauß sagte und Horst Seehofer zu Recht einfordert, auch das rechte demokratische Spektrum abdecken und Protestwähler zurückgewinnen.“ Vor der Wahl sei häufig gefragt worden, wo man denn die CSU wählen könne. „Das waren Leute, die mit der CDU haderten, aber Gott sei Dank noch Bedenken hatten, AfD zu wählen.“

Kritik an "politischer Korrektheit" in Berlin

Während manche Politiker fürchten, es fördere den Aufstieg der AfD, wenn eine mögliche Überforderung Deutschlands durch die Flüchtlinge thematisiert werde, hält Haseloff das Gegenteil für richtig. „Die vermeintliche politische Korrektheit aus Berlin macht die AfD nur stärker“, sagte er. „Die Bevölkerung sieht mittlerweile eine Differenz zwischen der Sprache der Politik und der Medien und ihrem persönlichen Erleben der Realität.“ Er fordert schon länger eine Obergrenze für den Zuzug von Flüchtlingen.

Haseloff will breiteres Spektrum der CDU

Damit kritisiert Haseloff – wieder einmal – den Kurs Angela Merkels. Die Kanzlerin und Parteichefin hatte erst am Dienstag wieder betont, dass es keinen konservativen Schwenk der CDU gebe. Auch wenn das Thema in der Parteispitze offenbar höchst umstritten ist.

Allerdings will Haseloff die CDU nicht insgesamt weiter nach rechts rücken, sondern insgesamt breiter aufstellen. „Wir sind inhaltlich und personell viel zu schmal geworden“, sagte er der „Welt“.

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(ben)