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"Flüchtlingsbesoffene Gutmenschen": So rastet ein sächsischer CDU-Politiker auf Facebook aus

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(Eine Zusammenfassung des Textes seht ihr oben im Video.)

Viele Politiker in der CDU wünschen sich einen deutlich konservativeren Kurs der Partei, um auch für rechte Wähler wieder attraktiv zu sein, die zur AfD abgewandert sind. Unter anderem will Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff den "rechten demokratischen Rand" für die CDU gewinnen.

Dem Wunsch kommen durchaus einige Parteimitglieder nach - manchmal übertreiben sie es auch dabei. Wie der Meißner CDU-Stadtrat Jörg Schlechte.

Was er vor einigen Tagen auf Facebook postete, macht fassungslos. Auf seinem Profil stellte er einen Beitrag über eine Initiative online, die sich gegen Rassismus und Hass im Netz und in Meißen engagiert. Über dem Beitrag kommentierte er: "Flüchtlingsbesoffene Gutmenschen". Und in einem Kommentar in der Diskussion mit Usern sprach er von "Dreckszecken".

schlechte

Die Initiative "Meißen Watch" hatte kurz zuvor den David-Schmidt-Preis erhalten, der unter anderem von der Hans-Böckler-Stiftung vergeben wird. Die Initiative hatte das Preisgeld einer Obdachloseneinrichtung gespendet.

Bei der Preisverleihung hatte "Meißen Watch" erklärt: "Mit einem Gruß der flüchtlingsbesoffenen Gutmenschen, die sonst nie etwas für die deutschen Obdachlosen tun.“ Die Initiative antwortete damit auf den Vorwurf vieler Flüchtlingsgegner, dass viel Geld für Flüchtlinge ausgegeben werde, aber kaum welches für Deutsche.

Schlechte nahm kurzerhand die Aussage von "Meißen Watch" und wendete sie gegen die Initiative.

Zwar verurteilten CDU-Lokalpolitiker gegenüber der "Sächsischen Zeitung" die Äußerungen ihres Parteikollegen. Die Frage ist aber, ob das reicht?

Steht es der letzten verblieben Volkspartei gut, wenn ihre Politiker Menschen beschimpfen, die sich gegen Hass und Rassismus einsetzen?

Eher nicht.


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

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