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Mit diesem Bild machen AfD-Anhänger gegen Journalisten mobil

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ISLAM KRITIK
Mit diesem Bild machen AfD-Anhänger gegen Journalisten mobil | Screenshot Twitter
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  • Das Magazin der "FAZ" zeigte kürzlich eine Karikatur über die Gesellschaftsvorstellungen der AfD
  • Rechte Aktivisten reagierten mit einer Gegenversion voller Islam-Hetze

In ihrer zweiten Ausgabe setzte die "Frankfurter Allgemeinen Woche" - das neue Magazin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ") - eine Karikatur auf ihr Titelblatt.

Darauf zu sehen: Eine blonde Klischee-Familie im Stil einer Werbung aus den 50er-Jahren. Die lächelnde Hausfrau mit Schürzchen und AfD-Kuchen in den Händen, der Mann mit dem Gewehr über der Schulter und die drei Kinder mit braven Kleidern und Frisuren stehen neben dem Familienhund, einem Dackel.

Der Titel: "Wie die AfD leben möchte".

Übereinstimmung mit dem Parteiprogramm

Das Cover nimmt das Weltbild der AfD aufs Korn. Im viel diskutierten und als verfassungswidrig kritisierten Parteiprogramm bekennt sich die AfD "zur traditionellen Familie", will das Demographieproblem mit mehr Kinderzeugungen statt "Masseneinwanderung" lösen, Frauen als "Vollzeit-Mütter" zurück an den Herd stellen und im Sinne der Geschlechter-Ungleichheit auch gleich die Gender-Forschung abschaffen. Multikulturalismus wird verteufelt, der Islam gehört laut der Partei nicht zu Deutschland.

Lediglich, dass alle Protagonisten blond sind, könnte man der überspitzten Darstellung des Zeichners zuschreiben.

Die AfD-Anhänger kontern - und schießen wie gewohnt übers Ziel hinaus

AfD-Anhänger haben nun einer Gegenversion des Titelblatts veröffentlicht. Das Design bleibt gleich, selbst den Namen des Blatts verwenden die rechten Aktivisten.

Unter dem Titel "Wie AfD Gegner leben möchten" zeigt diese Version eine muslimische Familie samt Ziege.

Schon das kleine Mädchen trägt Vollverschleierung - dabei beginnen Musliminnen normalerweise erst im Pubertätsalter, überhaupt ein Kopftuch zu tragen. Und ein Kopftuch ist noch lange keine Vollverschleierung. Vom Mulitkulturalismus, von der verfassungsrechtlich garantierten Freiheit, die die AfD-Gegner eigentlich einfordern, ist dagegen nichts zu sehen.

Rechte Seiten ätzen jetzt, die Magazin-Journalisten hätten ein "Eigentor" geschossen. Doch vielmehr zeigt die Montage, wie die AfD-Sympathisanten das deutsche Grundgesetz missverstehen - und dem Bekanntheitsgrad des "FAZ"-Magazins wird es wohl auch nicht schaden.

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(sk)