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Wissenschaftler haben herausgefunden, was genau Brustkrebs auslöst und es könnte bald ein Heilmittel geben

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Brustkrebs kostet jährlich etwa 17 000 Frauen in Deutschland das Leben. Denn die Krankheit ist zwar heilbar, doch wenn sie sich bei der Diagnose schon im fortgeschrittenen Stadium befindet, sinken die Überlebenschancen.

Deshalb ist die Früherkennung bei Brustkrebs so wichtig. Am besten sollten Frauen neben regelmäßiger Untersuchung ihrer Brust auch auf diese fünf wenig bekannten Symptome achten:

Krebs entsteht durch bestimmte Mutationen in den Genen

Im Falle einer Diagnose unterziehen sich viele betroffene Frauen einer Chemotherapie oder einer Operation. Doch vielleicht gibt es bald effektivere Möglichkeiten, Brustkrebs zu bekämpfen.

Wissenschaftler des Sanger Institutes in Cambridge haben in der Krebsforschung einen „Meilenstein erreicht“, wie der Leiter der Studie, Mike Stratton, dem BBC berichtete.

Das Forscherteam um Stratton untersuchte in einer internationalen Studie erstmals umfangreich die genetischen Codes von 560 Brustkrebs-Fällen. Dies ist deshalb so wichtig, weil gewisse Mutationen in unseren Genen zu Krebs führen können.

Brustkrebs-Genmutationen wurden identifiziert

Unsere Gene mutieren unser Leben lang und können dabei zu Schaden kommen. Das kann durch Vererbung oder häufige Zellteilungen passieren. Unter bestimmten Voraussetzungen entsteht durch diese Genmutationen dann Krebs.

Den Forschern ist es gelungen diese Genmutationen zu identifizieren und aufzulisten. Stratton erklärte in einem Statement: „Wie sich herausstellte, gibt es 93 Gene, die bei einer Mutation eine normale Zelle in der Brust in eine Krebszelle verwandeln, das ist eine wichtige Information.“

Darüber hinaus konnten die Forscher 12 verschiedene Genschäden ausmachen, die Brustkrebs-Tumore hervorrufen.

Wissenschaftler haben eine einmalige Brustkrebsliste erstellt

Mit diesen Informationen erstellte das Forscher-Team die erste definitive Liste, die alle Genmutationen erfasst, die zu Brustkrebs führen - davon ausgenommen sind nur sehr seltene Mutationen.

Dies zeigt zum Einem, auf welch unterschiedliche Art und Weise Brustkrebs entstehen kann und wie schwer eine passgenaue Behandlung ist. Andererseits liefert die Studie der medizinischen Forschung eine neue Handhabe bei der Entwicklung von Krebsheilmitteln.

Nun gibt es Hoffnung auf neue Therapiemöglichkeiten

Stratton sagte der "BBC": „Wir geben diese Liste den Universitäten, Pharmakonzernen und Biotech-Unternehmen, damit sie neue Medikamente entwickeln, weil diese mutierten Gene und ihre Proteine Ziele für neue Therapiemöglichkeiten werden sollen.“

Es wurden zwar schon Medikamente gegen bestimmte Genmutationen entwickelt, Stratton befürchtet jedoch, dass es bis zu zehn Jahre dauern könnte, bis die nächsten Medikamente auf den Markt gebracht werden können.

Die Studie könnte aber die Behandlung von Krebspatienten noch weiter beeinflussen, indem sie personalisiertere Therapien ermöglicht. So erklärte Serena Nik-Zainal, Mitautorin der Studie, in einem Statement: „In der Zukunft wollen wir weiterhin individuelle Krebs-Genome identifizieren, damit wir eine Behandlung finden, die für die betroffenen Patienten am erfolgreichsten ist. Es ist ein weiterer Schritt in Richtung personalisierter Gesundheitsversorgung bei Krebs“.

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(gw)

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