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Sarrazin: "Deutsche werden zur Minderheit im eigenen Land"

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SARRAZIN
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  • Sarrazin hat bei einem TV-Auftritt für Aussehen gesorgt
  • Für ihn ist klar: "Deutsche werden zur Minderheit im eigenen Land"

Der Buchautor und frühere SPD-Politiker Thilo Sarrazin hat bei einem TV-Auftritt erneut die Zuwanderungspolitik der Bundesregierung scharf angegriffen. Die hohe Zahl an Flüchtlingen, die in den vergangenen Monaten nach Deutschland gekommen ist, stelle mittelfristig eine Gefahr für die deutsche Gesellschaft dar.

In der "Phoenix"-Sendung "Unter den Linden" zeigte er sich am späten Montagabend so wie ihn der Zuschauer kennt: "Wir haben eine Einwanderung, die kulturfremd ist. Wir sind geburtenarm und diese Gruppen heiraten durchschnittlich eher und haben mehr Kinder", sagte er und fügte hinzu:" Wenn das so weitergeht, werden sie uns in wenigen Jahrzehnten zu einer Minderheit im eigenen Land machen", erklärte Sarrazin .

Eine "ehrliche Bestandsaufnahme" der bisher erfolgten Einwanderung in den vergangenen 50 Jahren komme zudem zu dem Ergebnis, dass diese Deutschland wirtschaftlich geschadet habe, so Sarrazin: "Wenn man sich Türken und Araber anschaut, so sind sie in der Arbeitsmarkt- und Bildungsbeteiligung ganz weit hinten, bei Sozialhilfebezug und Arbeitslosigkeit ganz weit vorne." So kosteten diese Bevölkerungsgruppen uns mehr, "als sie uns bringen".

Sarrazin lehnte es jedoch ab, seine Überlegungen in einen Bezug zum Islam zu stellen und wandte sich gegen entsprechende Beschlüsse des AfD-Parteitags vom Wochenende. "Keine Religion gehört zu Deutschland. Jeder soll nach seiner Fasson selig werden." Allerdings sehe er in der Ausweitung des fundamentalistischen Islams in Europa "ein großes Problem".

Sarrazin ist einer der umstrittensten Politiker Deutschlands - seine Thesen sind äußerst umstritten. In Teilen wird ihm auch eine ungenaue Recherche vorgeworfen.