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Radiohead verschwinden aus dem Netz - aber warum?

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RADIOHEAD
Radiohead haben ihre Internet-Präsenzen gelöscht - ein PR-Gag? | Reuters Photographer / Reuters
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Radiohead und Thom Yorke entsagen derzeit dem Internet

Radiohead brauchen das Internet nicht. Zumindest nicht direkt. Die aktuell vielleicht wichtigste experimentelle Rockband der Welt ("No Surprises") hat von Sonntag auf Montag all ihre Internet-Repräsentanzen gelöscht. Sowohl auf der Homepage, als auch bei Twitter, Facebook und Google+ grüßen nun weiße Seiten.

Die Aktion hat die Band um Sänger Thom Yorke (47) allerdings alles andere als komplett von der Bildfläche verschwinden lassen. Im Gegenteil: Gerade wegen des Online-Rückzugs sind Radiohead zum Wochenstart Thema auf allen erdenklichen News-Seiten. So liegt die These nahe, dass der Abschied vom Netz ein Promo-Schachzug ist - und bald ein neues Album ins Haus steht. Bereits im Sommer 2014 hatte es geheißen, die Band habe mit Aufnahmen zu einer neuen Platte begonnen.

Das Video zu Radioheads Hit "Karma Police" können Sie bei Clipfish sehen

Umgekehrte Marketing-Psychologie: Briefe statt Tweets?

Dafür spricht auch, dass mehrere Fans kryptische Werbung von Radiohead erhalten haben wollen. Und zwar auf dem analogsten aller Wege - per Post. "Sing the song of sixpence that goes 'Burn the witch'" steht auf den Zetteln, die von den Adressaten auch über Twitter geteilt wurden. Laut der Webseite "stereogum.com" handelt es sich bei "Burn The Witch" um einen unveröffentlichten Radiohead-Song. Absicht könnte auch gewesen sein, dass die Zettel pünktlich zur Walpurgisnacht verschickt wurden.

Das öffentlichkeitswirksame "Verschwinden" scheint dabei ohnehin in Radioheads Genen zu liegen. Im Sommer 2013 hatte die Band ihre Songs vom Streaming-Dienst Spotify entfernt, ohne in der Folge an Beliebtheit einzubüßen. Noch älter ist ein programmatischer Song: Auf dem 2001er-Album "Kid A" findet sich der Track "How To Disappear Completely". Eine einzige Seite auf Radioheads Facebook-Page ist übrigens noch abrufbar - und zwar ausgerechnet der Merch-Shop.