Huffpost Germany

Eine Frau kümmert sich um Babys, die niemand umarmen will. Der Grund ist herzzerreißend

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Es gibt nichts Schöneres, als ein Kind aufwachsen zu sehen. Aber es gibt auch nichts Traurigeres, als erleben zu müssen, dass ein Kind nie die Chance hat, alt zu werden. Weil es mit einer todbringenden Krankheit geboren wurde.

Cori Salchert aus Wisconsin in den USA arbeitete jahrelang als Krankenschwester und musste bei ihrer Arbeit miterleben, wie Eltern unvorstellbare Qualen litten, wenn ihr Baby mit einer tödlichen Krankheit auf die Welt kam.

Die engagierte Mutter von acht Kindern gründete daraufhin in ihrem Heimatort Sheboygan die Organisation „Hope after Loss“ (Hoffnung nach Verlust) für Eltern, deren Babys gestorben waren.

Sie wollte den tödlich erkrankten Babys helfen

Dann wurde sie selbst schwer krank und konnte nicht mehr weiter als Krankenschwester arbeiten. Als es ihr nach einigen Operationen wieder besser ging, erinnerte sie sich aber wieder an die Babys, deren Todesurteil schon vor der Geburt gefallen ist.

Sie dachte sich, dass nicht nur die Eltern in so einer Situation Hilfe brauchten, sondern auch die Babys. Einige von ihnen wurden nämlich von ihren Eltern nicht mit nach Hause genommen, weil sie mit der Situation überfordert waren.

Viele dieser Babys verbringen ihr kurzes Leben in einer Wiege in einer Ecke des Krankenhauses und wurden vielleicht nie von jemanden gehalten. Zumindest nicht einfach so, aus Liebe.

„Ich verlange nicht, dass Eltern mit so etwas umgehen müssen. Aber ich dachte, ich würde mich wirklich gern um diese Kinder kümmern“, sagte Cori der lokalen Zeitung „The Sheboygan Press“. Sie nahm also Kontakt mit dem Kinderkrankenhaus von Wisconsin auf, das sich um die Vermittlung von Pflegekindern kümmerte.

"Sie verließ diese Welt, während sie meinen Herzschlag hörte"


Und so kam 2012 ein Anruf einer Sozialarbeiterin: Ein kleines namenloses Mädchen sei mit schweren Gehirndefekten geboren und von seinen Eltern zurückgelassen worden. Es sei zwei Wochen alt und niemand würde sich um das Baby kümmern.

Cori nahm es kurzerhand bei sich auf und nannte es Emmalynn. Die Kleine lebte 50 Tage in ihrer Familie und wurde von ihren Adoptiv-Geschwistern und Adoptiv-Eltern gehalten und gekuschelt.

Cori erinnert sich in einem Interview mit der amerikanischen Zeitung „Today“ noch an den Moment, als das Baby in ihren Armen starb: „Sie verließ diese Welt, während sie meinen Herzschlag hörte. Sie litt nicht und sie hatte keine Schmerzen und sie war nicht allein.“

Die gleiche Möglichkeit bot die Familie von Cori auch dem kleinen Charlie. Er wurde ebenso mit einem schweren Gehirndefekt geboren – die meisten Kinder mit seiner Krankheit sterben im Alter von zwei Jahren.

Aber Cori kümmert sich zusammen mit ihrer Familie hingebungsvoll um den kleinen Jungen. So ist Charlie Teil einer Familie und kann in seinem Leben noch Liebe und viele Eindrücke erleben, auch wenn es nur kurz sein sollte.

(sho)