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Anschlag auf Sikh-Tempel in Essen: Junge IS-Fanatiker sollen über WhatsApp-Gruppe verbunden gewesen sein

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SIKH
Terror aus dem WhatsApp-Chat: Wie junge IS-Fanatiker den Anschlag auf einen Tempel in Essen geplant haben sollen | dpa
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  • Die mutmaßlichen Verantwortlichen für den Anschlag auf den Essener Sikh-Tempel waren über eine WhatsApp-Gruppe verbunden
  • Ermittler bezeichnen sie als "augenscheinliche IS-Fans"
  • Auch gegenüber Mitschülern sollen sie sich mit dem IS solidarisiert haben

Nach dem Sprengstoffanschlag auf ein Sikh-Gebetshaus in Essen gehen die Ermittler davon aus, dass die mutmaßlichen Attentäter Yussuf T. (16) aus Gelsenkirchen und Mohammed B. (16) aus Essen zu einer Gruppe von mindestens acht jungen Salafisten gehören, die sich regelmäßig in einer Whatsapp-Gruppe getroffen hat. Das berichtet die "Welt" unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Demnach hat die Polizei inzwischen die Mobiltelefone der beiden Hauptbeschuldigten ausgewertet. Darauf befanden sich nach Informationen der "Welt" auch die Nachrichten aus einer WhatsApp-Gruppe, der zeitweise bis zu acht Personen angehörten. Es soll sich dabei mehrheitlich um minderjährige Deutsch-Türken handeln.

Ermittler untersuchen Verbindungen nach Duisburg

Die Jugendlichen werden von Ermittlern als "augenscheinliche IS-Fans" bezeichnet. Der mutmaßliche Bombenleger Yussuf T. soll als eine Art "Emir" der islamistischen Chatgruppe agiert haben.

Die Ermittler untersuchen zudem eine mögliche Verbindung von Yussuf T. und Mohammed B. zu einem Koran- und Arabischlehrer in Duisburg.

Der Mann, der ein Reisebüro betreibt, soll regelmäßig muslimische Jugendliche unterrichtet haben - auch die Essener Attentäter sollen dort verkehrt sein. Noch ist allerdings unklar, ob die Person möglicherweise an der Radikalisierung der mutmaßlichen Attentäter beteiligt war.

IS-Solidarisierung gegenüber Mitschülern

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe prüft außerdem, ob sie das Ermittlungsverfahren zum Bombenanschlag von Essen übernimmt. Ein möglicher Grund für eine Übernahme von der Essener Staatsanwaltschaft könnte der Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gegen die Tatverdächtigen sein.

Die 16-Jährigen sollen sich in den vergangenen Monaten in sozialen Netzwerken und auch gegenüber Mitschülern mit der Terrormiliz IS solidarisiert haben sollen.

Der 16-jährige Yussuf T. befand sich bereits seit anderhalb Jahren im "Wegweiser"- Aussteigerprogramm für Salafisten des nordrhein-westfälischen Innenministeriums.

Vorvergangene Woche war nach einer indischen Hochzeit im Eingangsbereich des Essener Zentrums der Religionsgemeinschaft Sikh ein Sprengsatz detoniert. Drei Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwer.

Die Wucht der Explosion hatte das Gebäude stark beschädigt, mehrere Fenster waren zu Bruch gegangen. Am Tatort hatten die Ermittler Reste eines Rucksacks gefunden, in dem wohl der Sprengsatz verstaut war, sowie eine vermutlich von einem Täter getragene Sturmhaube.

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(sk)