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"Apfelstrudel, Birne hohl – und weich die Nudel": "Heute Show" sorgt bei Österreichern erneut für Entrüstung

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HEUTE SHOW
ZDF
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  • Neue Schmähkritik gegen Österreicher sorgt im Nachbarland für Wirbel
  • Der Vorwurf: "Obszöne, niveaulose Reime unter dem Deckmantel der Satire"

Es war aus politischer Sicht hierzulande eines der ereignisreichsten Wochenenden in diesem Jahr. Schließlich gab sich die AfD erstmals ein Programm. Doch die österreichische Boulevard-Welt beschäftigte ein ganz anderes Thema aus dem nördlichen Nachbarland: Denn die Satiriker der „ZDF-Heute-Show“ hatten am Freitagabend wieder einmal zugeschlagen - und zwischen Salzburg und Wien prompt wieder eine neue öffentliche Debatte über die Grenzen der Satire ausgelöst.

Mit der Zeile „Schmähgedicht im ZDF – Ösis, ihr wählt noch blöder als unsere Ossis", macht seit Montagfrüh etwa Österreichs mit Abstand größte Boulervardzeitung "Krone" ihre Online-Ausgabe auf. Keine österreichische Zeitung erreicht so viele Menschen wie die "Krone" - auch im Internet ist sie extrem stark.

"Obszöne, niveaulose Reime unter dem Deckmantel der Satire"

Und auch andere Boulevardmedien wie etwa "Salzburg24" berichten groß über das Thema. Schließlich sorgt das "Heute Show"-Gedicht mit dem Titel "Der FPÖ-Wähler" für massiven Wirbel in den sozialen Netzwerken.

"Menschen beleidigen und obszöne, niveaulose Reime unter dem Deckmantel der Satire, nur um Aufmerksamkeit zu erhaschen - der deutsche Humor 2016. Erbärmlich", schreibt etwa ein entsetzter Österreicher bei Facebook.

Grund für die neuerliche Erregung ist ein zweiminütiger Ausschnitt der "Heute Show". Profi-Pöbler Gernot Hassknecht richtete seinen Zorn diesmal auf die Österreicher.

"FPÖ-Wähler" heißt sein wie immer in weiten Teilen im Schreien vorgebrachtes satirisches Gedicht. Von einer "Schmähung der Österreicher", schreibt die "Krone" gar.

Tatsächlich ätzt Hassknacht: "Apfelstrudel, Birne hohl – und weich die Nudel." Und manche Beschimpfungen sind aus Sicht der "Krone" nicht einmal "zitierfähig". Die Huffington Post veröffentlicht sie trotzdem.

"35 Prozent für diesen FPÖ-Schleimer", sagt Hassknecht über den Sieg des FPÖ-Politikers Norbert Hofer beim ersten Wahlgang der Wahl des österreichischen Bundespräsidenten. Für den Satiriker ist klar: "Jetzt find´ ich euch scheiße".

"Hässliche, schwule Pferde"

Manche Sprüche regen viele Österreicher besonders auf. "Du machst dir selbst dein Bundesheer – durch Inzest beim Geschlechtsverkehr", dichtet die "Heute Show". Und dann fragt Hassknecht süffissant: "Wie heißen eure schwulen Pferde noch einmal - Lipizzaner?! Die sind so hässlich. Die würde ich nicht einmal in meine Lasagne packen."

Hassknecht brüllt an einer Stelle: "Ösis, ihr wählt ja blöder als unsere Ossis."

Keine Frage, das Video polarisiert. Bei Facebook hatte die Sendung bis zum späten Montagvormittag fast 500.000 Aufrufe.

Auch, was "heute-show"-Moderator Oliver Welke in der Freitagssendung persönlich über das Nachbarland zum Besten gab, schlägt hohe Wellen. Welke witzelte etwa über die "Ösipussis" und amüsiert sich über eine FPÖ-Wahlkampfblondine.

Für Deutschlands wohl witzigsten Satiriker ist klar: "Ihr habt uns gegenüber Komplexe - zurecht." Viele österreichische Facebook-Nutzer stören sich auch an der folgenden Aussage über den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer: "Norbert ist einfach kein Führername. Denkt darüber nach."

Bereits zu Beginn der vergangenen Woche hatte die "heute-show" mit einem Nazi-Schnitzel für einen Shitstorm im Nachbarland gesorgt.

„Was ist verkehrt mit euch, liebe Nachbarn?“, fragte die Satire-Sendung am Montag auf ihrer Facebook-Seite. Darunter ist ein riesiges, knuspriges Schnitzel in Hakenkreuzform zu sehen. Und daneben steht: „Österreicher wählen eben so, wie sie es vom Schnitzel kennen: möglichst flach und braun.“

Die Sendung vom Freitag kam zur Überraschung der "Krone" dagegen ganz ohne das Nazi-Schnitzel aus.

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