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Menschen mit Depressionen wollen, dass ihr diese 7 wichtigen Dinge wisst

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DEPRESSION
Diese 7 Dinge solltet ihr über Depressionen wissen | Jupiterimages via Getty Images
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Depression ist die am häufigsten vorkommende psychische Erkrankung. Weltweit betrifft die Krankheit etwa 350 Millionen Menschen.

Angesichts dessen ist es überraschend, wie sehr wir weltweit hinterherhinken, was das Wissen über Depression betrifft. Was Depression eigentlich ist und wie sie Menschen beeinflussen kann.

Stigmatisierung von psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz ist ein großes Thema. Seht euch doch einfach die "Time To Change"-Kampagne an, wenn ihr mehr Beweise benötigt. Es ist also wenig überraschend, dass jene, die unter Depressionen leiden, manchmal wegen des mangelnden Wissens über die Krankheit enttäuscht und frustriert sind.

Um das Problem von vorne anzupacken, sind hier sieben unglaublich wichtige Dinge aufgelistet, von denen Menschen mit Depressionen wollen, dass ihr sie wisst:

1. Depressionen sind kein Klischee

In ihrem Blog darüber, wie es ist, als Teenager mit Depressionen fertig zu werden, schreibt Elise Jamison: "Jeder kann Depressionen bekommen - Prominente, Stylisten, der Junge, der in Algebra neben dir sitzt. Es betrifft nicht nur jene, die traurig aussehen."

"Diese Krankheit ist weit verbreitet und wie viele falsche Vorstellungen es darüber gibt, ist erstaunlich."

2. Es hat nichts mit "Traurigkeit" zu tun

Tayana Simons schreibt, dass es einer der größten Irrtümer ist, wenn Menschen glauben, dass es sich bei Depression einfach nur um "extreme Traurigkeit" handelt.

"Meiner Erfahrung nach sind Depression und Traurigkeit sehr unterschiedliche Dinge. Depression ist die Abwesenheit von Gefühl."

"Wenn du traurig bist, fühlst du etwas. Traurigkeit kann befreiend sein. Über den Verlust von etwas zu trauern, kann dir helfen, damit fertig zu werden, die Emotion zu fühlen und weiterzumachen", sagt sie.

"Depression ist der Verlust von Emotion, der Sache, die uns zu Menschen macht. Es ist ein Schwebezustand, in dem nichts, das du glaubst zu wissen, einen Sinn ergibt oder einen Zweck erfüllt."

3. Du kannst Depression nicht nachempfinden

In einem Blog für die Huffington Post UK, sagt Jamie Flexman, dass Depression nicht nachvollziehbar ist: "Wie viele von euch haben einen Affenschwanz? Wenn ihr keinen habt (was hoffentlich bei euch allen der Fall ist), könnt ihr euch dann vorstellen, wie es ist, einen Zweig zu erfassen oder einfach nur auf ihm vor- und zurückzuschwingen? Es ist unmöglich, oder?"

"Depression verhält sich ähnlich. Wenn es etwas ist, dass du nie erlebt hast, kannst du es so sehr versuchen, wie du willst, du wirst nie wissen, wie es sich wirklich anfühlt."

4. Geht nicht davon aus, dass Menschen mit Depressionen darüber reden wollen

"Eines der schlimmsten Symptome von Depression für die Menschen in deiner Umgebung ist, dass du nicht darüber reden willst", schreibt Tayana Simons.

"In Wahrheit weißt du nicht, was los ist und wenn Menschen dich danach fragen und du versuchst, es zu erklären, fühlst du dich dumm und schuldig, weil du ihre Zeit verschwendest."

"Der Vorteil ist, dass du im Nachhinein sehen kannst, dass sich Dinge ändern können - und sie das auch tun. Aber wenn du in der Mitte dieses Tals versunken bist, kannst du hinter den Bergen keinen Horizont sehen."

5. Du kannst dich nicht einfach "zusammenreißen"

Jamie Flexman zeigt, wie sich Depression aus der Sicht eines Betroffenen anfühlt. Er schreibt: "Wenn Depression dich im Griff hat, wird das Leben zu Wasser. Die Luft um dich wird zu Wasser, erdrückt dich mit ihrem Gewicht und sogar die einfachsten Aufgaben werden schwierig. Du fühlst dich psychisch und physisch träge, und du kannst dich nicht einfach zusammenreißen."

Er fügt hinzu: "Im Grunde bist du in deinem eigenen Gefängnis gefangen und der wahre Zugang zu deinem Gehirn liegt hinter dieser verschlossenen Tür. Manchmal darfst du kurz deine Beine ein wenig nach draußen strecken, aber du weißt, dass es nur vorübergehend ist."

"Am Ende musst du in deine Zelle zurückkehren und geduldig auf eine Zeit warten, in der du wieder eine Möglichkeit bekommst, ein funktionierendes Mitglied der Gesellschaft zu werden."

6. Wenn jemand mit Depression "einen guten Tag" hat, heißt das nicht, dass er nicht mehr an Depression leidet

Danny Baker schreibt in einem Blog für die Huffington Post UK, dass Menschen annehmen, dass Betroffene, die "einen guten Tag" haben, von Depression geheilt sind.

"Menschen mit Depressionen können 'gute' Tage haben, an denen sie sich nicht depressiv fühlen - sie können sogar Tage erleben, an denen sie glücklich sind", schreibt er.

"Aber es ist ein Fehler, anzunehmen, dass sie nicht mehr krank sind und sich jeden Tag gut fühlen sollten, nur weil es an einem Tag so war."

"Depression funktioniert so nicht."

7. Es hat ein Ende

"So wie auch der stärkste Sturm hat auch Depression mit der richtigen Hilfe und Unterstützung ein Ende", schreibt Tayana Simons.

"Obwohl du möglicherweise nie mehr dieselbe Person bist wie davor, wird da eine neue Person sein, ein stärkeres und selbstbewussteres Du."

"Die größte Lektion, die ich jemals gelernt habe, war, dass ich es zulassen muss, dass Menschen mir helfen, auch wenn es sich wie das Unlogischste anfühlte, das ich tun konnte."

Dieser Text erschien ursprünglich in der Huffington Post UK und wurde von Alexandra Polic aus dem Englischen übersetzt.

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