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Massive Gewaltausbrüche bei Demonstrationen am 1. Mai

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Massive Gewaltausbrüche bei Demonstrationen am 1. Mai | dpa/HuffPost
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  • Bei den Demonstrationen zum 1. Mai hat es in Deutschland heftige Ausschreitungen gegeben
  • Am schlimmsten war es in Berlin-Kreuzberg

Teile von Deutschland waren am Wochenende wieder einmal im Ausnahmezustand: Bei mehreren sogenannten "Revolutionären Mai-Demonstrationen" war es zum Teil zu schweren Ausschreitungen gekommen. Viele dürften das jedoch erst gar nicht mitbekommen haben, weil vor allem der AfD-Parteitag das bestimmende Thema am Wochenende war.

Dabei musste die Polizei gleich in mehreren Städten massiv einschreiten - in einem Fall standen die Beamten sogar selbst heftig in der Kritik:

  • In Berlin-Kreuzberg hatte die Polizei bis zum Sonntagabend am meisten zu tun. Dort war es am Abend nach einem weitgehend friedlichen Verlauf zu Gewaltausbrüchen gekommen. Schwarz gekleidete Demonstranten schleuderten Flaschen und vereinzelt Steine gegen Polizisten. Sanitäter behandelten Verletzte mit blutenden Wunden. Die Polizei stürmte in die Menge und griff einzelne Randalierer heraus. Die Demonstration war unmittelbar davor nach einer verkürzten Route am Lausitzer Platz zu Ende gegangen.

Bei Twitter kursierten am Abend Dutzende Videos der Ausschreitungen in Berlin.

  • Auch in Hamburg eskalierte die Lage kurzzeitig: Die Polizei löste eine Kundgebung Linksautonomer auf, nachdem aus dem Demonstrationszug mehrfach Feuerwerkskörper, Böller und Flaschen geworfen worden waren. Die Sicherheitskräfte setzten auch Wasserwerfer ein. Der Kundgebung hatten sich nach Schätzung der Polizei rund 1900 Teilnehmer angeschlossen. Die Polizei nahm mehrere junge Leute fest, die selbstgebastelte Sprengkörper mit sich führten. Für einen sicheren Abtransport mussten die Entschärfer der Polizei anrücken.
  • Auch bei einer Kundgebung der rechtsextremen NPD in Bochum ist es am Sonntag zu Ausschreitungen gekommen. Gegendemonstranten hätten angegriffen, teilten die Sicherheitskräfte mit. Zwei Beamte seien von Steinen getroffen und verletzt worden.
  • Bei Demonstrationen von Rechtsextremen und Linken im sächsischen Plauen hatten sich am Sonntag Teilnehmer gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Die Polizei sprach in einem Tweet von einem "massiven Gewaltausbruch". Sowohl von Linken wie auch von Rechten habe es Angriffe gegen Polizisten gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Wasserwerfer und Tränengas wurden eingesetzt. Mehrere Menschen wurden verletzt. Eine Zahl konnte die Polizei noch nicht nennen.
  • Ärger anderer Art gab es am Rande der Anti-AfD-Proteste in Stuttgart: Laut der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) waren am Samstag drei Pressefotografen von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Zwei von ihnen seien elf Stunden festgesetzt worden, der dritte habe wahrscheinlich einen Kreislaufzusammenbruch erlitten - er sei ins Krankenhaus gekommen, heißt es.Die dju kritisierte, die Fotografen, die sich als Journalisten ausweisen konnten, seien unverhältnismäßig lange festgehalten und auch mit Kabelbindern gefesselt worden. Ein Sprecher der Polizei Reutlingen sagte, den Fotografen werde ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen. Sie hätten sich in einer "unfriedlichen Versammlung" aufgehalten und die Straße trotz mehrfacher Aufforderung nicht geräumt.

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(sk)