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Höxter: Verdächtige kehrt lächelnd und winkend zum Tatort zurück

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HOEXTER GEFANGENE FRAU
Das Haus in Hoexter, in dem die Frau vor ihrem Tod einen Monat gefangen gehalten wurde | DPA
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  • In Höxter starb eine Frau, nachdem sie einen Monat von einem Paar gefangen gehalten worden war
  • Die Polizei kehrte mit der mutmaßlichen Täterin an den Tatort zurück
  • Diese zeigte dort einen bizarren Auftritt

Es waren seltsame Bilder, die sich in Höxter abspielten. Wenige Tage nach dem Bekanntwerden einer Gewalttat in dem Ort kehrte die mutmaßliche Täterin zusammen mit der Polizei zurück an den Tatort.

Zusammen mit ihrem Ex-Mann soll sie über eine Kontaktanzeige eine Frau in ein Haus gelockt, einen Monat lang gefangen gehalten und zu Tode misshandelt haben.

Die Verdächtige sei nun in Begleitung der Polizei in das Haus zurückgekehrt, wie die "Bild"-Zeitung schreibt. Nachbarn hätten ihr gewunken, sie habe zurückgewunken und einige Hände geschüttelt. Währenddessen soll sie gelächelt haben.

Etwa zwanzig Minuten habe sie anschließend mit der Spurensicherung in dem Haus verbracht. Worum es genau ging, sei noch nicht bekannt. Mit dem Polizei-Bus sei sie schließlich weggefahren worden.

Ermittler gehen Hinweisen auf weitere Opfer nach

Die Ermittler gehen derzeit Hinweisen auf weitere Opfer nach. Das sei eine Ermittlungsrichtung unter mehreren, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Paderborn, Ralf Meyer, der Deutschen Presse-Agentur. "Es gibt Hinweise, dass es so gewesen sein könnte", sagte er. Näheres müssten die weiteren Ermittlungen zeigen.

Der Mann und seine Ex-Frau sollen die Frau in einem Haus wochenlang festgehalten und so schwer misshandelt haben, dass sie starb. Die 41-Jährige aus Niedersachsen hatte sich nach Angaben der Ermittler auf eine Kontaktanzeige des Mannes gemeldet. Gegen den 46-Jährigen und seine 47 Jahre alte Ex-Frau wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen.

Man gehe aktuell davon aus, dass die beiden Ex-Eheleute die Tat gemeinschaftlich begangen hätten, sagte Meyer. Momentan werde eine Vielzahl von Spuren ausgewertet. Darunter jene, die auf weitere Fälle hindeuten. Mehrere Medien hatten berichtet, dass es Hinweise auf weitere Frauen gebe, die in der Vergangenheit im Umfeld des Ex-Paares gesehen worden sein sollen. Unter anderem sollen Nachbarn das berichtet haben.

Zeitungsannonce lockte das Opfer in die Falle

Der Mann hatte nach Angaben der Ermittler in einer Zeitungsannonce nach einer "Frau für eine feste Beziehung" gesucht. Die 41-Jährige aus Bad Gandersheim in Niedersachsen antwortete und zog den Ermittlungen zufolge kurz nach dem Kennenlernen in das Haus des Mannes in dem kleinen Dorf, das zu Höxter gehört.

Es soll allerdings nicht die erste Annonce des Mannes dieser Art gewesen sein. Meyer sagte, dass der 46-Jährige offenbar schon zuvor mehrfach Partnerschaftsanzeigen geschaltet hatte. Auch hätten sich mittlerweile Frauen bei den Ermittlern gemeldet, die Kontakt zu ihm gehabt haben wollen. Die Ermittler tragen die Fälle aktuell zusammen.

Dennoch liegt in dem Fall vieles noch im Dunkeln - vor allem zum Motiv ist noch nichts bekannt. Zudem stellt sich die Frage, warum das Opfer nicht floh. Immer wieder sei die 41-Jährige mit ihren Peinigern auch draußen auf der Straße gesehen worden, erklärten die Ermittler.

Keine Hinweise auf ein Sexualdelikt

Das Haus in Höxter ist noch nicht wieder freigegeben, die Polizei wertet weiterhin Spuren aus. Es gebe bislang keine Hinweise auf ein Sexualdelikt, hatten die Ermittler in ihren ersten Stellungnahmen mitgeteilt. Laut Obduktion starb die Frau durch Schläge auf den Kopf.

Ans Licht gekommen war der Fall, weil das Ex-Ehepaar versucht haben soll, die lebensbedrohlich verletzte Frau zurück nach Bad Gandersheim zu bringen.

Auf dem Weg streikte allerdings ihr Auto, erklärten die Ermittler. Weil es der Frau immer schlechter gegangen sei, hätten die Verdächtigen einen Rettungswagen gerufen. Da war es aber offenbar schon zu spät.

Mit Material der dpa

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(sk)