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Ihr Sohn verhält sich komisch, dann entdeckt die Mutter etwas auf seiner Stirn

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Tiffany Rivera aus Florida hätte vor einem Monat beinahe ihren kleinen Sohn Jaden verloren. Aber der Junge hatte Glück und überlebte - mit 32 Klammern in seinem Schädel.

Was ihm passiert war? Der 10-Jährige stürzte mit dem Fahrrad und zog sich dabei Schürfwunden zu. Mehr war nicht zu sehen - und über mehr klagte er auch nicht.

"Tragt einen Helm - das kann jedem passieren"

Das ist auch der Grund, warum Tiffany Rivera ihre Geschichte in einem Facebook-Post teilt, um andere Eltern vor einem ähnlichen Schicksal zu warnen:

"Am Montag, dem 21. März 2016, fuhr mein 10 Jahre alter Sohn mit dem Fahrrad. Er trug keinen Helm. Er stürzte mit dem Fahrrad und schürfte sich an Ellenbogen und Knie auf. Als er gefragt wurde, ob ihm irgendetwas wehtut, beschwerte er sich nur über Schmerzen in Ellbogen und Knie. Er wies keine Anzeichen eines Traumas auf und machte einfach weiter.

Am Mittwoch, dem 23. März 2016, wachte Jaden mit Kopfschmerzen auf. Er schien lethargisch, was überhaupt nicht zu ihm passte. Alles, was er machen wollte, war, sich wieder ins Bett zu legen. Er wollte nichts essen.

Dann entdeckte ich eine Schwellung an Jadens rechter Schläfe. Die Stelle an seiner Schläfe war nicht hart, eher richtig schwammig. Ich entschied, ihn ins Krankenhaus zu bringen.

In dem Moment, als ich Jaden ins Auto setzte, begann er, sich zu übergeben. Sobald Jaden im Saint Mary's Children's Krankenhaus angekommen war, wurde ein CT gemacht. Die Diagnose lautete: Schädelfraktur und Epiduralhämatom.

Die Ärzte erklärten mir, dass mein Sohn innerhalb der nächsten Stunde notoperiert werden müsste. So würden sie versuchen, sein Leben zu retten. Die Chancen standen 50:50.

Als Jaden operiert wurde, fanden die Ärzte heraus, dass er schlimme Schäden davongetragen hatte. Sie führten eine frontotemporale Kraniotomie durch, entfernten das Epiduralhämatom und nahmen eine Schädelplastik mittels Stahldrahtnetz vor.

Die Operation sollte nur eineinhalb Stunden dauern, aber Jaden war zweieinhalb Stunden im OP-Saal. Die Chirurgen und andere Ärzte sagten uns, es wäre ein Wunder, dass er überlebte. In allen anderen Fällen überlebten die Kinder die Operationen nicht.

Am 5. April 2016 feierte Jaden seinen 11. Geburtstag - beinahe ohne Langzeitschäden oder Behinderung. Meine Familie und ich würden dem Chirurgenteam und PICU am Saint Mary's Childen's Krankenhaus in West Palm Beach Florida gerne danken.

Ich erzähle euch das, weil ich hoffe, Aufmerksamkeit dafür zu schaffen, dass alle Kinder und Erwachsene Helme tragen müssen. Helft anderen, sich der Gefahren bewusst zu sein, die Radfahren ohne ausreichenden Schutz mit sich bringt. Das kann jedem passieren! Die Verletzungen, die mein Sohn hatte, waren den Verletzungen nach einem Motorrad-Unfall ähnlich.

"Die Bilder zeigen den Moment, als wir ins Krankenhaus kamen. Nach der Operation hatte er 32 Klammern in seinem Kopf. Die Klammern wurden am 13. April 2016 entfernt."

Tiffany bittet die Facebook-Nutzer darum, den Post und die Bilder zu teilen, um andere Eltern davor zu warnen, ihre Kinder ohne Helm Fahrrad fahren zu lassen. Denn das birgt ein Risiko, das immer noch unterschätzt wird.

Die Hälfte der Deutschen trägt keinen Helm

Auch 47 Prozent der Deutschen tragen beim Radfahren keinen Helm. Das ergab eine Umfrage des Statistik-Portals "Statista" aus dem Jahre 2015.

Gleichzeitig fragte man auch nach Meinungen zur Einführung der Helmpflicht, die hier seit geraumer Zeit diskutiert wird. Denn In in Deutschland gibt es keine Helmpflicht für Radfahrer – auch nicht für Kinder.

Das kann aber fatale Folgen haben: Laut statistischem Bundesamt erlitt etwa ein Viertel der verunglückten Fahrradfahrern Kopfverletzungen. Das macht bei jährlich etwa 70.000 Verunglückten einen Anteil von etwa 17.500 Menschen aus.

Laut Aussage der Hannelore Kohl Stiftung lassen sich rund 80 Prozent der schweren Hirnverletzungen durch einen Fahrradhelm vermeiden.

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Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

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