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"Maybrit Illner": Dieser unkonventionelle Vorschlag könnte uns vor der Altersarmut retten

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MAYBRIT ILLNER
Sahra Wagenknecht kritisierte bei "Maybrit Illner" die Riester-Rente scharf | ZDF
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  • Bei Maybrit Illner ging es um die Angst vor Altersarmut
  • CSU-Chef Seehofer will die Rente wieder zum Wahlkampfthema machen
  • Die Linke Sahra Wagenknecht kritisierte die private Riester-Rente heftig

Totgesagte leben länger: Die Rente ist als Wahlkampfthema wieder zurück. CSU-Chef Horst Seehofer will mit einer großen Rentenreform das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen.

Altersbezüge für große Teile der Bevölkerung sollen, wenn es nach Seehofer geht, wieder erhöht werden und die "Neoliberalisierung" der Renten gestoppt werden. Die private Riester-Rente erklärte er für "gescheitert".

Und so schafft der Evergreen es zurück in die Talkshows. "Länger schuften, mehr vorsorgen – und im Alter trotzdem arm?", fragte Maybrit Illner am Donnerstag ihre Talkrunde.

Verriss der Riester-Rente

Den Anfang machte der Versicherten-Vertreter Axel Kleinlein. Er zerriss die Riester-Rente praktisch. Sie würde nicht leisten, wozu sie geschaffen wurde. Kleinlein erklärte, dass die Sparer sehr alt werden müssten, um ihre Beiträge ausgezahlt zu bekommen: "Wer da rausbekommen will, was er eingezahlt hat, muss so alt werden wie Methusalem – 100 Jahre."

"Riester ist der Goldesel der Versicherungsbranche"

Er bekam Unterstützung von Sahra Wagenknecht von der Linkspartei. Sie war voll auf Seehofer-Linie: Die Riester-Rente sei eine reine Subventionierung der Versicherungswirtschaft, motzte sie.

Die private Rente nannte sie den "Goldesel der Versicherungsbranche". Die Politikerin empörte sich: "Mir kann keiner erzählen, dass man nicht gewährleisten kann, dass Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben, am Ende nicht genug zu leben haben." Schließlich gehe dies in Österreich auch.

Ihre Lösung: Zurück zur staatlichen Rente - und die kräftig erhöhen. "Durch die Rentenkürzung geben wir gemessen an der Wirtschaftsleistung heute weniger für die Rente aus als früher, und dann wundert man sich, dass die Altersarmut wächst."

"Gesetzliche Rente wird nicht ausreichen"

Der CDU-Politiker Carsten Linnemann und der Chefvolkswirt der Allianz, Michael Heise, versuchten zusammen, den Ruf der Riester-Rente zu retten.

"Die Altersvorsorge ist wichtiger denn je, die gesetzliche Rente wird alleine nicht ausreichen", sage Heise. Und CDU-Mann Linnemann warf ein, dass man an die nächste Generation denken müsse. Denn die heutige Jugend werde diese Maßnahmen eines Tages zahlen müssen. Da konnte Volkswirt Heise nur zustimmen.

"Wir Älteren haben alle Angst"

Illner versuchte, den Mann von der Allianz aus der Reserve zu locken. "Braucht die Versicherungswirtschaft die Riester-Rente?", stichelt sie. Der schüttelte den Kopf. "Die Riester-Rente ist sicher nicht der Goldesel der Versicherungen."

Als Frau von der Straße war Petra Vogel eingeladen. Sie arbeitet als Reinigungskraft und lebt schon jetzt nicht auf großem Fuß: "Wenn meine Freunde zum Chinesen gehen, kann ich nicht mit. Ich kann es mir nicht leisten."

Sie ist sich sicher, dass sie im Alter die Grundsicherung brauchen wird. Im Besten Fall bekäme sie nur 730 Euro Rente im Monat -damit läge sie sogar unter der Armutsgrenze. "Ich weiß nicht, was aus mir wird. Wir Älteren haben alle Angst", sagte sie.

Rettet uns die Deutschlandrente vor der Altersarmut?

Illner brachte die so genannte "Deutschlandrente" ins Gespräch - ein Vorschlag von Schwarz-Grün in Hessen: Der Staat schafft einen eignen Aktienfonds. Der legt das Geld der Anleger an und schützt es vor dem Zugriff des Staats. Gleichzeitig weist er geringe Verwaltungskosten auf, weil die Versicherungswirtschaft nicht dabei ist und Provisionen kassiert - wie jetzt bei Riester.

CDU-Mann Linnemann ist da skeptisch. Würde die Politik den Deutschland-Fonds betreiben, "wird es immer eine Regierung geben, die das Geld nimmt und es anders verwendet", sagte er.

Doch Wagenknecht hatte einen Vorschlag, der dies verhindern könnte: Auch Beamte und Politiker sollten in den Topf einzahlen - dann würden sie ihn nicht für ihre politischen Projekte plündern.

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(sk)