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In Libyen warten 100.000 Flüchtlinge auf die Weiterreise nach Europa

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LYBIA COAST
In Libyen warten 100.000 Flüchtlinge auf die Weiterreise nach Europa | Ismail Zetouni / Reuters
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  • In Libyen sammeln sich Flüchtlinge für die Überfahrt nach Europa
  • Bis zu 100.000 Menschen warten dort derzeit auf die Weiterreise

Nach der Schließung der Balkanroute bereitet sich Europa auf erneut steigende Flüchtlingszahlen vor. Vor allem über das Mittelmeer werden in den kommenden Monaten wieder mehr Migranten kommen, glauben Experten. Österreich zieht deshalb gerade am Brenner einen Zaun hoch, um die Menschen zu stoppen.

Vor allem in Libyen warten viele Flüchtlinge auf die Überfahrt. Wie viele, war bisher unbekannt. Wie die "Bild"-Zeitung jetzt berichtet, sollen es mittlerweile 100.000 Menschen sein, die auf die Überfahrt warten.

Samer Haddadin, Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) in Libyen, sagte der Zeitung: "Wir gehen hierzulande von 100.000 Flüchtlingen aus, die auf ihre Weiterreise warten." Offiziell registriert wurden aber nur 27.267 Flüchtlinge. Sie stammen meist aus Nigeria, Gambia und Mali.

Land im Chaos

Zwar versuchen die europäischen Staatschefs verzweifelt, die Lage in Libyen in den Griff zu bekommen - doch bisher vergeblich. Das Land ist nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi 2011 in Chaos und Bürgerkrieg versunken. Milizen, Banden und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nutzen das Machtvakuum aus, um ihren Einflussbereich zu erweitern.

Die Lage zwischen Flüchtlingen, Schleppern und Polizei ist angespannt. Mehr als ein Dutzend Menschen wurden kürzlich bei einem Streit zwischen Schleppern und illegal eingereisten Ägyptern getötet. Auslöser des Streits war die Bezahlung von Schleppern. Dabei seien die drei libyschen Schlepper und 16 Ägypter getötet worden.

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Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

(sk)