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Volker Kauder lehnt Deutschpflicht in Moscheen ab

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VOLKER KAUDER
Volker Kauder lehnt Deutschpflicht in Moscheen ab | Kai Pfaffenbach / Reuters
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  • CDU-Politiker Kauder hält eine Deutschpflicht in Moscheen für keine gute Idee
  • Stattdessen fordert er ein Bekenntnis der Muslime gegen Radikalisierung

Unions-Fraktionschef Volker Kauder hat in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ Forderungen nach einer Deutschpflicht in Moscheen zurückgewiesen, wie sie unter anderem der CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer Verband der Kurden gefordert hatte.

„Das sind Scheindebatten“, sagte Kauder. Schließlich gebe es auch christliche Messen in italienischer Sprache und in Synagogen werde hebräisch gesprochen. Das sei zu akzeptieren.

Allerdings fordert er zu kontrollieren, was in Moscheen passiere. Und: "Wir müssen darüber reden, dass in einigen Moscheen Predigten gehalten werden, die mit unserem Staatsverständnis nicht im Einklang stehen." Konkreter wurde Kauder nicht. Auf Nachfrage der Huffington Post wollte sich sein Büro nicht näher zu den Vorschlägen äußern.

Kauder: Muslime tragen als Teil einer Gruppe Verantwortung

Was Kauder aber will, ist ein klares Bekenntnis der hiesigen Muslime gegen Radikalisierung und Terror – auch wenn viele Muslime sagten, sie sähen keinen Grund, sich für andere Leute zu rechtfertigen. „Aber als Teil einer Gruppe kommt auf einen mitunter einfach eine gesellschaftliche Verantwortung zu, sich mit Fehlentwicklungen auseinanderzusetzen, die aus der Gruppe kommen, auch wenn man persönlich keine Schuld trägt“, sagte Kauder.

Kauder findet, das Problem des Islams sei, dass er „nicht durch die Aufklärung gegangen“ sei. Religiöse Autoritäten hätten ihm gesagt, dass sie das auch nicht wollten. Über diese unterschiedlichen Positionen müsse man reden. „Damit wird auch klar, wo die Grenzen des anderen sind – gerade auch unsere.“

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(ben)