Huffpost Germany

7 Dinge, die dein Kind sich insgeheim von dir wünscht

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Dein Kind wünscht sich die verschiedensten Dinge von dir. Einen dritten Gute-Nacht-Kuss, deine Hilfe beim Sandburgenbauen, dein Smartphone, das voller Abenteuer steckt, deine Bewunderung für sein neustes Kunstwerk und vieles, vieles mehr.

Als aufmerksame Mutter oder Vater kennst du die Wünsche deines Kindes und weißt, was es braucht.

Es gibt jedoch auch ein paar Dinge, die dein Kind sich insgeheim wünscht. Vielleicht, weil es noch gar nicht ausdrücken kann, was es braucht. Oder weil es noch nicht weiß, wie sehr es durch dein Verhalten geprägt wird.

kinder eltern

1. Entspannung

Meine Mutter hat mich alleine großgezogen und musste deshalb auch oft arbeiten. Ihre freien Tage nutzte sie deshalb, um die tollsten Ausflüge mit mir zu machen. Jedes Mal haben wir etwas Besonderes unternommen.

Eines Tages fragte sie mich, was ich am kommenden Samstag unternehmen wollte. Ich war noch recht klein, vielleicht vier oder fünf Jahre alt. Ich sagte: “Könnten wir vielleicht einfach mal zu Hause bleiben?”

Versteht mich nicht falsch: Natürlich sind Ausflüge toll und wichtig. Aber auch Kinder haben eine anstrengende Woche. Sie gehen jeden Tag in den Kindergarten, lernen jeden Tag etwas Neues. Sie freuen sich also auch über etwas Entspannung und brauchen nicht immer ein Unterhaltungsprogramm.

2. Lob - in richtigem Maß

Lob ist für Kinder überlebenswichtig, allerdings kommt es auf die richtige Art und Weise an. Wenn du deinem Kind zum Beispiel immer wieder sagst, wie schlau es ist, tust du ihm eher keinen Gefallen.

Es wird seine Intelligenz als eine feststehende Tatsache akzeptieren und nicht als sich entwickelnden Prozess. Ein Kind, dem immer wieder gesagt wird, dass es besonders intelligent ist, wird merken, dass es trotzdem Dinge gibt, die es nicht versteht. Aufgaben, die es nicht lösen kann.

Was, wenn Mama und Papa herausfinden, dass es doch nicht so schlau ist wie sie dachten? Kinder, die häufig für ihre Intelligenz gelobt werden, entwickeln oft Versagensängste.

Stattdessen solltest du deinem Kind klarmachen, dass Intelligenz etwas ist, das sich fortwährend entwickelt und das sich durch Übung verbessert. Du kannst zum Beispiel sagen: “Du kannst bis 100 zählen - du hast wirklich hart dafür gearbeitet, ich bin stolz auf dich!"

3. Ausdauer

Kinder wünschen sich Ausdauer von ihren Eltern, vor allem, wenn es darum geht, sie zu beruhigen. Es mag zwar anstrengend sein, auf jedes Weinen einen Babys oder Kleinkinds zu reagieren - doch es ist extrem wichtig für die Entwicklung eines Kindes.

Kinder, die man schreien lässt, leiden zum Teil ein Leben lang unter den Folgen. Sie sind häufiger depressiv und ängstlich, neigen zu Abhängigkeiten und Schlafstörungen. In besonders schlimmen Fällen kann es zu Schädigungen des Nervensystems kommen, Wachstum und Lernfähigkeit können eingeschränkt werden.

Die Ausdauer der Eltern zahlt sich aber definitiv aus. Denn abgesehen davon, dass es ohnehin keinen pädagogischen Wert hat, Kinder schreien zu lassen, wird es dadurch auch nicht weniger. Britische Forscher haben herausgefunden, dass Babys, deren Bedürfnisse gestillt werden, insgesamt viel weniger schreien als Babys, die weniger Aufmerksamkeit bekommen.

4. Ehrlichkeit

Lügt eure Kinder nicht an, wenn es sich vermeiden lässt. Ich weiß, man wird schnell dazu verleitet. Aber es kann für ein Kind sehr verletzend sein, wenn die die Wahrheit herauskommt.

Meine Mutter hat mir zum Beispiel erzählt, dass Garfield kommt und meine Lachslasagne aufisst, wenn ich nicht hingucke. Es war eine harmlose Lüge, die meine Phantasie anregte.

Ich weiß noch, dass ich immer versucht habe, Garfield einmal dabei zu erwischen, wenn er um die Ecke kommt.

Als ich herausfand, dass es Garfield gar nicht gibt, war ich ziemlich traurig. Nicht, weil es den Kater nicht gab, sondern wegen der Lüge. Ich hätte nie gedacht, dass meine Mutter mich anlügen würde. Ich hätte ihr alles, wirklich alles geglaubt - sie war doch meine Mama! Und ich war verletzt und erschrocken darüber, dass sie mich belogen hatte.

5. Freiraum

Jedes Kind braucht seinen Freiraum - auch wenn es ihn nicht explizit von den Eltern einfordert. Es muss lernen, bestimmte Dinge auf eigene Faust zu erreichen. So begreift es, dass es normal ist, hin und wieder zu scheitern und kann ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln.

Dazu gehören Entscheidungen, die das Kind in den verschiedensten Bereichen für sich selbst trifft. Aus den Konsequenzen wird es seine Schlüsse ziehen.

6. Mitgefühl

Kleinkinder und Wutanfälle sind kaum voneinander zu trennen und dafür kann niemand etwas. Kein Kind hat absichtlich einen Wutanfall. Der Grund, warum Kinder manchmal grundlos auszurasten scheinen, ist ihr noch nicht vollständig entwickeltes Gehirn.

Kleinkinder können ihre Gefühle noch nicht so kontrollieren wie Erwachsene. Sie werden wütend, weil sie noch nicht sagen können, was in ihnen vorgeht. Dass sie vielleicht gestresst sind, Angst haben, müde sind oder sich hilflos fühlen.

In diesen Momenten brauchen sie das Mitgefühl ihrer Eltern. Sie brauchen Erwachsene, sie ihnen helfen, die Gefühle zu verstehen und einzuordnen. Sie brauchen Nähe und Liebe und KEINE Bestrafung für ihre Wutanfälle.

Kinderpsychologen und Neurowissenschaftler haben ohnehin festgestellt, dass Erziehungsmethoden wie die “stille Treppe” oder eine Auszeit keinen positiven Effekt haben.

7. Risiken

Auch wenn es euch schwer fällt - erlaubt eurem Kind, sich hin und wieder in Gefahr zu begeben. Natürlich nicht in Lebensgefahr - aber Kinder sollten hin und wieder Risiken eingehen, denn das fördert ihre Entwicklung.

Zu dieser Erkenntnis sind Forscher der University of British Columbia gekommen.
Sie empfehlen, Kinder in regelmäßigen Abständen unbeaufsichtigt spielen zu lassen - am besten in der Natur.

Denn so lernen Kinder, ein Risiko richtig einzuschätzen. Sie finden heraus, was gefährlich ist und wo ihre eigenen Grenzen liegen. Und das fördert die Entwicklung ihrer Kreativität, ihres Selbstbewusstseins und ihrer Belastbarkeit.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V.“ möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen.”Details findet ihr hier.

Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy Berlin.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Du willst, dass dein Kind ein Genie wird? Dann gib ihm einen dieser Namen!