Huffpost Germany

AfD-Chefin Petry ist bereit mit Muslimen zu reden

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • AfD-Chefin Frauke Petry hat sich bereit erklärt, mit dem Zentralrat der Muslime in den Dialog zu treten
  • Dieser wollte von Petry wissen: "Warum hassen Sie uns Muslime"?

Im AfD-Programm, über das am Wochenende in Stuttgart entschieden werden soll, heißt es unter anderem: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“ Muslime in Deutschland verurteilten diese Einschätzung erwartungsgemäß – und unterbreiteten der AfD ein Gesprächsangebot.

In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung“ lud der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime Mazyek AfD-Chefin Frauke Petry zur nächsten Vorstandssitzung seines Verbandes ein. "Wir wollen wissen: Warum hassen Sie uns Muslime?“, sagte Mazyek der Zeitung.

Petry sieht den Islam als Bedrohung

Und, Überraschung: Petry zeigt sich dialogbereit. "Miteinander reden ist wichtiger als übereinander reden“, sagte Petry am Freitag im Interview mit dem Deutschlandfunk .

Das hielt Petry allerdings nicht davon ab, den Islam im Interview weiter zu kritisieren: "In seinen wesentlichen Strömungen" erhebe die Religion einen Herrschaftsanspruch, der sich etwa in den Minaretten widerspiegele. Was genau sie damit meinte, wurde allerdings nicht klar.

Petry sagte: "Anders als das goldene Kettchen am Hals mit einem Kreuz sind diese Symbole auch Zeichen dafür, dass der Islam versucht, sich in Europa vermehrt auszubreiten." Wie zuvor schon andere AfD-Politiker stellte Petry die islamische Religion im Deutschlandfunk als Bedrohung dar.

Sie sei der Meinung, "dass ein friedliches Zusammenleben mit Menschen aus aller Welt in unserem Land möglich ist." Allerdings müssten die Deutschen die Regeln dafür festlegen.

Petry reagierte patzig auf Fragen zu Björn Höcke

Und auch mit den Medien scheint Petry noch immer auf Kriegsfuß zu stehen: Mehrmals fuhr sie den Interviewer Christoph Heinemann im Deutschlandfunk schroff an, nachdem dieser sie mit Aussagen von AfD-Politikern konfrontiert hatte. "Stellen Sie mir einfach Fragen zum Programm", forderte sie.

Es ist nicht das erste Mal, dass Petry versucht, einem Journalisten die Fragen zu diktieren. Erst kürzlich hatte sie das bei einem preisgekrönten britischen Moderator versucht - das Gespräch hatte für sie überaus blamabel geendet.

Bei Heinemann hatte Petry mit der Taktik ebenfalls keinen Erfolg. Er interessierte sich vor allem für die Haltung der Partei zum Thema Menschenwürde. Mehrmals brachte er Zitate des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke an, der mit rassistischen Äußerungen über den "afrikanischen Ausbreitungstyp" aufgefallen war. "Sie scheinen besessen von dem Mann", fand Petry und blockte ab. Sie wolle nicht über Einzelpersonen reden.

Petry steht derzeit massiv unter Druck. Sie gilt innerhalb der AfD noch als gemäßigt - und hat Mühe, sich gegen den rechten Parteiflügel zu behaupten, zu dem auch Höcke gehört.

Auch auf HuffPost:

Frauke Petrys Ex-Lehrer: Warum ich sie nicht mehr sehen will

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

(sk)

Korrektur anregen