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Girls' Day Boys' Day 2016: Der Gender-Wahnsinn hinter dem Google Doodle

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BOYS DAY
Google begeht den "Girls' Day" und "Boy's Day" mit einem Doodle | Google
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Heute begeht die Suchmaschine Google den "Girls' Day" und den "Boys' Day mit einem Google Doodle. Doch nur wenige kennen die absurde Geschichte hinter diesem Aktionstag.

Es ist bekannt, dass Frauen in bestimmten Berufen weit weniger vertreten sind als Männer - besonders in jenen, welche die höchsten Einkommen versprechen. Das sind die so genannten "Mint"-Berufe: Mathematik, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften und Technik.

Alle Gesetze zur Gleichberechtigung konnten das nicht ändern. Denn meist sind es die Frauen selbst, die schon in der Schule entscheiden, dass bestimmte Fächer nicht für sie gemacht sind.

Mädchen sollen weibliche Vorbilder kennenlernen

Schon in der Schule werden sie mit Geschlechterrollen konfrontiert. Die alten Klischees: Jungs sind gut in Mathe und Sport, Mädchen in Kunst und Sprachen - das wird Kinder oft unabsichtlich in der Schule vermittelt. Kindergärtner, Erzieher und Grundschullehrer sind eben meisten weiblich.

Es fehlt an weiblichen Vorbildern, die Mädchen für Technikberufe begeistern.
Im Jahr 2001 wurde daher der "Girls' Day" eingeführt. An einem Schnuppertag dürfen Mädchen während der Schulzeit Unternehmen in ihrer Stadt besuchen, um einmal typische "Männerberufe" kennenzulernen und mit weiblichen Vorbildern in Führungspositionen zu reden.

Die Aktion wurde ein voller Erfolg. Nach Umfragen unter den Teilnehmerinnen können sich 40 Prozent der Mädchen vorstellen, in einem am Girls’ Day kennengelernten Beruf eine Ausbildung oder ein Praktikum zu machen. Auch die Veranstalter freuen sich: 21 Prozent der Unternehmen haben bereits ehemalige Girls’-Day-Teilnehmerinnen eingestellt.

Die Aktion wurde sogar so erfolgreich, dass ihr bald vorgeworfen wurde, Jungs zu diskriminieren.

Jungen dürfen beim Bettpfannen- und Windelnwechseln zusehen

Um den Vorwurf der Diskriminierung zu begegnen, wurde 2010 der Boys's Day eingeführt. Auch die Jungs dürfen seither bundesweit das Berufsleben während eines Schultages erkunden. Ähnliche Initiativen gab es allerdings schon kurz nach der Erfindung des Girls' Day. Ab 2003 etwa in Aachen.

Der Haken: Der Sinn des "Girls Days" wäre nun dahin, wenn sowohl Jungs als auch Mädchen Autowerkstätten und Softwareunternehmen gleichberechtigt erkunden.

Daher werden die Jungs auf typische "Mädchenberufe" beschränkt. Sie sind bei Berufen in "Erziehung, Pflege, Gesundheit und Sozialem" willkommen. Mit anderen Worten: Sie dürfen beim Bettpfannen- und Windelnwechseln zusehen und alle die Berufe kennenlernen, in denen sonst Frauen unterbezahlt arbeiten. Klar, dass das bei den Jungs nicht so gut ankam.

Seit 2001 haben nahezu 1,6 Millionen Mädchen
an über 107.000 Girls’ Day-Veranstaltungen teilgenommen. Der Boys' Day hat es viel schwerer: Bisher fanden nur für 160.0000 Jungen seit 2011 gut 25.000 Boys' Day-Aktionen statt

Um dem Vorwurf der Diskriminierung zu begegnen, wurde die Anti-Diskriminierungsaktion also so richtig diskriminierend.
Die Schweiz umgeht übrigens bei einer ähnlichen Veranstaltung die Gender-Faller: Der Tochtertag wurde, nachdem vermehrt auch Jungen an ihm teilgenommen hatten, 2010 in Nationaler Zukunftstag umbenannt.

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