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"Nicht von Strassenkleidung zu unterscheiden": Schwimmbad verbietet Burkinis

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Die Schweiz ist schon länger dafür bekannt, Fragen der Integration teilweise mit dem Vorschlaghammer anzugehen. Das geht von einem Verbot der Burka in einigen Kantonen bis hin zu einem umstrittenen Volksentscheid zur Abschiebung von Ausländern.

Nun sorgt ein Frauenbad in Basel für Schlagzeilen. Das verbietet nämlich jetzt Muslimas, im Burkini schwimmen zu gehen. Das berichtet die Tageszeitung "Blick".

Das Frauenbad ist besonders bei Frauen muslimischen Glaubens aus dem benachbarten Elsass beliebt, berichtet die Zeitung. Erlaubt bleiben sollen aber enganliegende Burkinis.

Handgreiflichkeiten zwischen Badegästen und Polizei

"An heißen Tagen kamen mehrere hundert Frauen und Kinder in das Frauenbad", heißt es dort. Doch es kam wohl auch immer wieder zu Konflikten. Die Verantwortlichen des Bades störten sich wohl vor allem an den weiten Ganzkörperschleiern, mit denen die Frauen teilweise ins Wasser stiegen. Die sind jetzt verboten, weil sie als "Straßenkleidung" gelten.

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"Wir konnten die weiten Burkinis nicht mehr von der Straßenbekleidung unterscheiden", zitiert "Blick" Peter Howald, den Leiter des Sportamts Basel-Stadt.

Es gab wohl auch immer wieder Konflikte wegen des Verhaltens im Bad. So sei es zu Handgreiflichkeiten zwischen den Badegästen und dem Aufsichtspersonal und Polizei gekommen. Vielen Badegäste sei die Situation auch zu "parkähnlich" gewesen, schreibt "Blick". Die Menschen hätten gegessen und sich versammelt - und hätten nicht gebadet.

Auch Bäder in Deutschland und Frankreich haben reagiert

Zudem hätten "die strenggläubigen Frauen verlangt, dass muslimische Regeln eingeführt werden – also kein männliches Personal und keine halbnackten Frauen" mehr im Bad sind. Wie groß die Probleme mit den muslimischen Besuchern im Bad tatsächlich waren, lässt sich nicht nachvollziehen. Auch der Schweizer Rundfunk berichtet über die neuen Bade-Regeln in Basel.

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In der Schweiz gibt es immer wieder Diskussionen über die Integration von Muslimen. Angeheizt und ausgenutzt werden sie von der rechtskonservativen Partei SVP. Wer nun aber glaubt, das Bad in Basel gehe einen drastischen Schritt, der irrt.

Auch Bäder in Deutschland und Frankreich verbieten nicht angemessene Badekleidung. Dazu gehören teilweise auch Bermuda-Shorts für Männer und T-Shirts bei Frauen. Das hat teilweise hygienische Gründe. Außerdem würde durch die Kleidung zu viel Wasser aus den Becken getragen, sagen Bäderbetreiber.

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