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So viel Sex braucht eine Beziehung wirklich, damit sie hält

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So viel Sex braucht eine Beziehung wirklich, damit sie hält | Linka A Odom via Getty Images
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Gehen, wenn es am Schönsten ist. Essen, bis man satt ist. Es gibt so viele Ratschläge, die uns nahelegen, doch mit Maß und Bedacht durchs Leben zu schreiten. Aber wer lange genug gelebt hat, weiß halt: Nein, natürlich geht man nie, wenn es am Schönsten ist. Denn wie können wir sicher sein, dass es nicht noch schöner wird?

Ähnlich ist es auch mit dem Sex. Zumindest zu Beginn jeder Beziehung. Da kann man in der Regel an nicht viel anderes denken und tut es und tut es ... so oft es eben geht.

Sex, so oft es geht

Nach ein paar Monaten kühlt die Libido allerdings ab. Nach einem Jahr ist der Sex laut einer Studie der Münchner LMU schon nicht mehr so befriedigend wie am am Anfang.

Und nach vier Jahren ist die Libido auf dem Tiefpunkt - Glücks- und Triebhormone verabschieden sich, die Filme, die man gemeinsam guckt, werden wieder unterbrechungsfrei zu Ende geschaut.

Für viele Paare ist das normal. Denn nach vier Jahren sind neben körperlicher Anziehung eben auch andere Dinge wichtig geworden - Nähe, Vertrauen, emotionale Intimität.

Doch ein Artikel, der im Fachmagazin "Psychological Science" veröffentlicht wurde, legt nahe, dass Sex auch nach Jahren noch sehr wichtig für Beziehungen ist. Es ist allerdings etwas kompliziert.

Denn die meisten langjährigen Paare geben in Befragungen an, dass ihr Beziehungsglück in keinem direkten Bezug zu der Häufigkeit des Sex liegt.

Sex = Glück?

Allerdings konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass das so nicht ganz stimmt. Nicht, dass die Paare gelogen hätten. Sie hatten lediglich ihr Bauchgefühl nicht zum Ausdruck gebracht.

Denn neben einem ansatzweise "objektiven" Blick auf die eigene Beziehung, haben wir auch alle ein Bauchgefühl, das uns signalisiert, wie glücklich wir wirklich sind. Um diese beiden Sichtweisen getrennt zu untersuchten, griffen die Wissenschaftler zu einigen Tricks.

Sie fragten Paare ganz direkt nach ihrer Sex-Frequenz und der Qualität der Beziehung. Und dann wurden den Paaren für 300 Millisekunden Bilder des Partners vorgeführt, angehängt war jeweils ein positiv oder ein negativ besetztes Wort.

Je schneller die Probanden reagierten, desto enger soll die Verbindung zum Partner sein. Wer also nach einem positiven Wort schnell reagiert, hat eine engere Bindung zum Partner, und umgekehrt.

Sex=Nähe?

In der Untersuchung kam zutage, dass Paare, die häufiger Sex hatten, tatsächlich eine engere Bindung zum Partner hatten. "Wir müssen genau hinschauen, was wir erfassen, denn die explizite und die gefühlte Bewertung der Beziehung unterscheiden sich oft", erläuterte die Studienleiterin Lindsey Hicks der "Süddeutsche Zeitung".

"Tief in ihrem Inneren sind manche Menschen total unzufrieden mit ihrem Partner, gestehen uns das aber nicht ein - und vielleicht nicht mal sich selbst."

Eine Studie der University of Toronto aus dem letzten Jahr hatte eine ähnliche Fragestellung untersucht. Die Psychologen hatten ebenfalls eine höhere Sex-Frequenz für mehr Glück in der Partnerschaft ausgemacht, hatten allerdings eingeschränkt, dass dies nur bei einer Frequenz bis zu einmal die Woche gelte.

Wie viel Sex braucht eine Beziehung also wirklich? Wir können festhalten: Mindestens ein mal die Woche. Und: Mehr ist besser als weniger.

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(glm)