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Doch kein Münster-"Tatort" im Kino? Liefers bestätigt Zweifel

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Im TV sind die

Machen die Verantwortlichen einen Rückzug? Eigentlich galt der Ausflug der beiden Münsteraner Ermittler Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers) auf die große Leinwand als beschlossene Sache. Doch die jüngst enttäuschenden Erfahrungen mit Til Schweigers "Tatort"-Ballerorgie "Tschiller - Off Duty" im Kino könnte das Projekt doch noch zum Kippen bringen. Das bestätigte Liefers nun im Interview mit der Fernsehzeitschrift "Gong".

"Unser Kino-'Tatort' ist noch in der Pipeline, wie man so schön sagt. Aber die jüngsten Erfahrungen mit 'Tatort' im Kino haben bei potenziellen Partnern Zweifel aufgeworfen, ob das heute überhaupt noch funktionieren kann", plauderte Liefers aus.

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Wer zahlt dafür?

Die Gründe für die Bedenken, vor allem die der Zuschauer, lieferte er gleich nach: "Viele Zuschauer glaubten wohl, dass ein 'Tatort' fürs Kino genauso von ihren Rundfunkgebühren finanziert würde wie einer für den Sonntagabend im TV und sahen gar nicht ein, warum sie nun auch noch Geld für eine Kinokarte ausgeben sollten. Solche offenbar tief sitzenden Irrtümer können, wie man sieht, zu einem Problem werden. Für mich war und ist der einzige Grund für einen reinen Münster-Kino-'Tatort', dass wir frei finanziert im Kino eine Art von Geschichte erzählen können, die fürs Fernsehen gar nicht möglich wäre."

Eine Spitze gegen seinen Kumpel Schweiger, mit dem er in den 90er-Jahren mit dem Film "Knockin' On Heaven's Door" bekannt wurde, konnte er sich nicht verkneifen: "Thiel und Boerne retten die Welt, aber ohne Geballer. Etwas Großes und Lustiges, für das sich die Kinokarte richtig lohnt. Mal sehen, wie es da weitergeht."

Vorsicht vor Übersättigung

Gleichzeitig warnte Liefers aber auch, dass man es nicht mit zu vielen "Tatort"-Folgen übertreiben dürfe: "Die Lust ist groß, und wir verbringen viel Zeit mit unseren beiden jährlich neuen 'Tatort'-Folgen. Dazu kommt, dass wir ohne Ende wiederholt werden, kürzlich lief allein unsere alte Folge 'Spargelzeit' viermal in einer einzigen Woche. Das ist zwar eine große Ehre, aber ich möchte auch nicht, dass wir irgendwann an Ermüdungsbrüchen leiden. Deshalb müssen wir die Ideen immer wieder neu einschütten und mischen, damit wir nicht auf der Stelle treten. Bei rund 14 Millionen Zuschauern hat man eine besondere Verantwortung, jedenfalls sehe ich das so."