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"Kann und will es nicht glauben": EZB-Präsident Draghi warnt Briten vor dem "Brexit"

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MARIO DRAGHI
EZB-Präsident Mario Draghi | Ralph Orlowski / Reuters
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  • EZB-Präsident Draghi warnt die Briten vor einem Ausstieg aus dem Euro
  • Umfragen zeigen, dass der Ausgang des "Brexit"-Referendums ungewiss ist

EZB-Präsident Mario Draghi hat das britische Volk vor einem EU-Austritt und dessen wirtschaftlichen Folgen gewarnt.

"Ich kann und will nicht glauben, dass die Briten für einen Austritt stimmen", sagte der Italiener der "Bild"-Zeitung mit Blick auf das "Brexit"-Referendum Ende Juni.

"Briten verlieren all die Vorteile des Binnenmarkts"

"Gemeinsam sind wir stärker. Aber wenn sie es doch tun, muss ihnen klar sein: Sie verlieren all die Vorteile des Binnenmarkts."

Über die Entwicklung der Europäischen Union mache er sich indes große Sorgen. "Wir erleben mehrere Krisen, die alle mit einander zusammenhängen und sich gegenseitig verstärken", sagte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB).

"Umso wichtiger ist es, jedem Nationalismus und Isolationismus zu widerstehen. Beide sind aber auf dem Vormarsch. Das ist meine große Sorge." Von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünsche er sich, "dass sie weiter für Europa kämpft".

Laut Umfragen ist der Ausgang des Brexit-Referendums offen

Die Briten müssen am 23. Juni in einem Referendum entscheiden, ob sie in der EU bleiben oder austreten wollen. Laut Umfragen ist der Ausgang offen, Regierung und Parteien sind bei dem Thema zerstritten.

Laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wäre die britische Wirtschaftskraft bei einem "Brexit" im Jahr 2020 um über drei Prozent niedriger als bei einem Verbleib in der EU. Jeden britischen Haushalt würde der Brexit laut OECD mindestens ein Monatsgehalt pro Jahr kosten.

Mit Material der dpa

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(sk)