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Wir machen es sehr häufig mit ihnen - aber diese eine Sache hassen Hunde wirklich

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DOG
Dog | BananaStock via Getty Images
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Darüber wird sich wohl kein Hundebesitzer freuen: Laut wissenschaftlichen Studien des Psychologieprofessors und Neurowissenschaftlers Stanley Coren gefällt es Hunden nicht, wenn man ihnen körperlich zu nahe kommt.

"Du solltest einen Hund nicht umarmen", schreibt der Forscher von der University of British Columbia in seiner preisgekrönten Serie "Canine Corner" auf "Psychology Today". "Sie mögen es nicht und es erhöht ihr Stresslevel."

Hunde seien Fluchttiere - in einer Stresssituation oder bei einem Angriff würden sie eher wegrennen als zubeißen. Wenn man sein Haustier aber mit einer Umarmung der Möglichkeit beraubt, wegzulaufen, versetzt man es in eine Stresssituation.

Wer also verhindern will, dass sein Haustier sich unwohl bei einem fühlt, sollte aufhören, es mit Liebesbekundungen zu überschütten - oder?

Häufige Gefahr: Vermenschlichung der Haustiere

Manche argumentieren mit dem Fakt, dass bei Mutter-Kind-Beziehungen Umarmungen zu Hormonausschüttungen führen, die Zuneigung und Bindungen stärken. Sollte das nicht zumindest auch für junge Hunde gelten?

Doch das ist laut dem Wissenschaftler nur ein Beispiel dafür, dass die treuen Begleiter zu sehr vermenschlicht werden. Sie haben andere Bedürfnisse als wir - und nur, weil sie unsere Zuneigungsbekundungen ertragen, heißt es noch nicht, dass es ihnen gefällt.

puppy

81,6 Prozent der Hunde fühlten sich unwohl

Um seine Theorie nachzuweisen, sammelte Coren Fotos aus dem Internet, auf denen Menschen Hunde umarmten und bewertete die sichtbaren Stressanzeichen der Tiere.

Dabei stellte seine Gruppe von Forschern fest, dass sich 81,6 Prozent der Hunde unwohl fühlten und mindestens ein Anzeichen von Stress oder Angst zeigten.

Nur 7,6 Prozent der Hunde fühlten sich laut dem Bildmaterial wohl in der Umarmung. Der Rest zeigte neutrale Reaktionen.

"Ich kann die Daten sehr einfach zusammenfassen, indem ich sage: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Internet viele Bilder von glücklichen Menschen beinhaltet, die vermutlich unglückliche Hunde umarmen", folgert er.

Glücklicher Mensch mit unglücklichem Hund? Die Anzeichen

Um festzustellen, ob der eigene Hund nun gerne umarmt wird oder nicht, sollte man auf diese Zeichen achten:

Wenn ein Hund die Ohren hängen lässt, mit "Halbmondblick" zur Seite blickt, sodass man das Weiße in seinen Augen sieht, oder die Augen unterwürfig schließt, gefällt dem Tier wohl nicht, was man tut.

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Auch wenn er oder sie den Kopf abwendet, um Blickkontakt zu vermeiden, oder sich die Lippen leckt, können das Anzeichen der Abneigung sein.

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Besondere Vorsicht bei Kindern

Wie die Studie auch zeigt, gibt es zwar sicher Ausnahmen von Hunden, die das enge Schmusen genießen und sogar bewusst auf einen zukommen. Auch je nach Rasse gibt es sicherlich Unterschiede. Doch eine Regel gilt laut der "Amerikanischen Veterinärgesellschaft für Tierverhalten" wohl immer: Kleinen Kindern sollte man untersagen, Hunde fest zu umarmen - erst recht bei fremden Tieren.

So könnten laut der Organisation viele Hundebisse bei Kindern verhindert werden. Denn auch wenn ein Hund grundsätzlich lieber wegläuft als beißt - wenn er festgehalten wird und sich eingeengt fühlt, kann er doch schnell mal nach dem Nachwuchs schnappen.

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Am besten tut es wohl allen, wenn man die Umarmungen für die zweibeinigen Familienmitglieder und Freunde reserviert. Hunde freuen sich dagegen fast immer über andere Zuneigungsbekundungen wie Streicheln, einen freundlicher Klaps, ein nettes Wort oder einen kleinen Leckerbissen.

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(gw)