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"Erdobahn" in der Schweiz: Sprayer veräppeln türkischen Präsidenten

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Es ist ja bekannt, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan emotional reagiert, wenn man ihm ein besonderes Verhältnis zu Huftieren unterstellt. Dann reagiert er gerne mit politischem Druck.

Was er wohl zu diesem Zug der Schweizerischen Bundebahn (SBB) sagen wird? Seit wenigen Tagen ist eine "Erdobahn" in der Schweiz unterwegs, wie das Portal "Watson.ch" berichtet. Sprayer haben auf die Wagen der SBB ihre Interpretation des Schmähgedichts von Jan Böhmermann gesprüht.

Trotz der provokanten Botschaft sieht die SBB vorerst keine Notwendigkeit, den Zug aus dem Verkehr zu ziehen. Und so verbreiten sich immer mehr Bilder in sozialen Medien.

In der Schweiz ist man ohnehin auf den türkischen Präsidenten zurzeit schlecht zu sprechen. Er störte sich an einem Foto, das in einer Freiluft-Ausstellung beim Sitz der Vereinten Nationen in Genf aushängt.

Genf stellt Bild eines Jungen aus, der durch türkische Polizisten zu Tode kam

Es zeigt den 15-jährigen Berkin Elvan, der während der Gezi-Park-Proteste in Istanbul im Mai und Juni 2015 von einer Tränengasgranate der Polizei am Kopf getroffen worden und nach 269 Tagen im Koma gestorben war. Elvan war an den Protesten nicht beteiligt gewesen.

Im Bild-Untertext von Sönmez' Fotografie heißt es: "Ich heiße Berkin Elvan. Die Polizei hat mich getötet im Auftrag des türkischen Ministerpräsidenten."

Die Stadt Genf entschied sich, das Bild nicht zu entfernen. Mit der Ausstellung auf einem Platz vor dem Gebäude der Vereinten Nationen werde die Meinungsfreiheit verteidigt und die Haltung Genfs als Hauptstadt der Menschenrechte unterstrichen, erklärte ein Sprecher.

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(sk)

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