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Hakenkreuze und Nazi-Parolen: Video entlarvt CDU-Jungpolitiker

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CDU BERLIN
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  • Ein Video aus dem Jahr 2005 zeigt, wie heutige CDU-Politiker rechte Parolen verbreiten
  • Die Politiker bezeichnen die Vorfälle heute selbst als "geschmacklos" und "schweren Fehler"

Hakenkreuz-Abzeichen, Nazi-Parolen, Judenhetze: Ein elf Jahre altes Video wirft einen dunklen Schatten auf mehrere Politiker aus den Reihen der CDU.

Die Aufnahmen, die die "Bild" jetzt veröffentlicht hat, zeigen den Berliner Wahlkreis-Kandidaten Lukas Krieger, den Chef der Jungen Union Berlin, Christoph Brzezinski sowie den Abgeordneten Danny Freymark bei einer Reise der Schüler-Union nach Riga im Jahr 2005.

"Müssen wieder als Deutsche erkennbar sein"

Während die damaligen Nachwuchspolitiker eine fiktive Talk-Show nachspielen, läuft minutenlang Brzezinskis Kamera mit - er nimmt auf, wie sie gegen Ausländer hetzen. Ein in die Kamera gehaltenes Hakenkreuz-Abzeichen bezeichnen sie als "die Ehrennadel der Schüler-Union".

"Ich denke, dass wir uns darum kümmern müssen, dass wir in Deutschland wieder als Deutsche erkennbar sind", sagt Krieger in die Kamera. "Dass Deutschland deutsch bleibt", fügt er hinzu.

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(Lukas Krieger, damals Kreischef der Schüler-Union, heute Wahlkreiskandidat in Berlin, fordert in dem Video dazu auf, gegen "jüdischen Bolschewismus" vorzugehen. Quelle: bild.de)

Erschreckend ist besonders Kriegers abschließender Satz, mit dem die Aufnahmen enden: "... und wir gegen den jüdischen Bolschewismus durchaus vorgehen".

"Erzähl noch ein bisschen zu Auschwitz"

Immer wieder sind aus dem Hintergrund Stimmen zu hören, von denen nicht klar ist, ob sie von Brzezinski, Freymark oder einem anderen der Anwesenden im Raum stammen.

"Erzähl noch ein bisschen zu Auschwitz", fordert einer der umstehenden Krieger auf. "Nicht raus, ins Lager", sollten Ausländer in Deutschland, ist ebenfalls im Hintergrund zu hören. "Bei uns wird keiner abgeschoben, wir katalogisieren die...", heißt es anschließend.

Auf HuffPost-Anfrage waren die Jungpolitker am Mittwochmittag nicht zu erreichen. Auch für die Pressestelle der Berliner CDU-Landesverbandes waren sie am Mittwoch nicht erreichbar.

"Der schwerste Fehler meines Lebens"

Der HuffPost liegen jedoch die offiziellen Statements von Krieger, Brzezinski und Freymark in voller Länge vor, die offenbar im Vorfeld der Veröffentlichung des Videos vorbereitet worden waren:

  • Lukas Krieger: "Mein Auftreten aus dem Video aus 2005 ist geschmacklos, der schwerste Fehler meines Lebens, den ich bereue. Obwohl es weder heute noch damals meiner Überzeugung entsprach, habe ich selbstverständlich akzeptiert, dass ich die CDU verlassen musste.“
  • Christoph Brzezinski: "Das war ein sehr, sehr dummer Fehler. Ich bereue das zutiefst und könnte mich jeden Tag ohrfeigen. Ich bin damals aus der JU ausgetreten und habe per Selbstanzeige ein Kreispartei-Gerichtsverfahren in Gang gesetzt. Es endete mit einer zweijährigen Ämtersperre.“
  • Danny Freymark: "Ich bereue auch heute noch, was vor zehn Jahren passiert ist. Es war ein schwerer Fehler, den ich zutiefst bedaure. Die damaligen Konsequenzen waren schmerzhaft für mich, aber richtig. Ich habe meine Lektion gelernt.“

Der HuffPost liegt zudem ein Statement von Michael Thiedemann, Pressesprecher der CDU-Fraktion vor. Darin heißt es:

  • „Danny Freymark hat vor vielen Jahren einen schweren Fehler gemacht und daraus seine Konsequenzen gezogen. Wer sein heutiges Wirken als Abgeordneter erlebt, muss erkennen, dass es keinen Zweifel an seiner freiheitlich-demokratischen Überzeugung gibt.“

Die "Bild" zitiert den Berliner CDU-Generalsekretär Kai Wegner mit den Worten: "Es entspricht unserem christlichen Werteverständnis, dass Menschen eine zweite Chance verdienen.“

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(lp)