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SPD-Politiker: CDU und AfD wollen gemeinsam Konzert in Hamburg verbieten

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AFD HAMBURG
Patrick Lux via Getty Images
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  • AfD will Auftritt von linker Punkband verbieten
  • Slime spielen seit Jahren am Hafengeburtstag von Hamburg
  • Nun soll die CDU der AfD zur Hilfe gesprungen sein

Viel Wirbel um die Hamburger Deutschpunk-Band Slime: Seit Jahren tritt sie beim Hafengeburtstag ihrer Heimatstadt auf. Doch damit soll jetzt Schluss sein - zumindest wenn es nach der AfD geht. Ausgerechnet die rechtspopulistische Partei beschwert sich, dass es sich bei den Punkrockern um verrohte "Hass-Musiker" handle.

In einem Antrag, den die AfD-Fraktion in die Hamburger Bürgerschaft einbrachte, fordert sie laut der "Hamburger Morgenpost": "Keine extremistischen Bands und Hass-Musiker auf dem Hafengeburtstag". Silme sei ein "Hit-Lieferant für die linksextremistische Szene" und "Stichwortgeber des auch gewaltsamen Widerstands gegen die Polizei".

Damit bezieht sich die AfD-Fraktion um Jörn Kruse auf Lieder wie "Deutschland" oder "Wir wollen keine Bullenschweine" der Gruppe, mit denen sie in den 80ern zu den einflussreichsten Bands im Deutsch-Punk zählten.

"Slime" kontern mit süffisantem Dank

Dieses Argument sei vollkommen ungerechtfertigt, wehren sich Slime auf ihrer Facebook-Seite: "Bullenschweine" würden sie nicht mehr auf der Bühne spielen und der Song "Deutschland" sei vom Bundesgerichtshof als Kunst eingestuft worden.

Außerdem bedanken sich "Slime" für die Inspiration zu ihrem neuen Song "Sie wollen wieder schießen dürfen" nach Beatrix von Storchs Schießbefehl-Äußerung und freuen sich über die unfreiwillige Werbung für die Band durch den Verbotsantrag: "Schönes Eigentor!", spotten Slime.

SPD-Politiker: CDU unterstützt AfD-Antrag

Soweit wäre es also eine weitere Aktion der AfD, über die viele den Kopf schütteln würden - doch nun soll die CDU der AfD zur Hilfe gekommen sein und ebenfalls ein Auftrittsverbot für die Punkband gefordert haben. Das berichtet der SPD-Politiker Hansjörg Schmidt aus der Hamburgerischen Bürgerschaft in einem Tweet:

Bisher wurden die Chancen, dass der AfD-Antrag den Auftritt verhindern wird, als unwahrscheinlich eingeschätzt. Richard Lemloh, Sprecher der Wirtschaftsbehörde, sagte gegenüber der "Hamburger Morgenpost": "Der Betreiber der Bühne ist verantwortlich für das Bühnenprogramm. Die Behörde mischt sich grundsätzlich nicht in die Musikauswahl ein.“

Doch wenn die CDU den Verbotsantrag tatsächlich unterstützt, könnte das möglicherweise schon wieder ganz anders aussehen. Die Pressestelle der CDU in Hamburg wies die Zustimmung zum Verbot gegenüber der Huffington Post zurück.

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(lp)