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Angepasst und strebsam: Studie zeigt, wie wenig rebellisch die deutsche Jugend ist

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YOUTH SCHOOL
Angepasst und strebsam: Studie zeigt, wie wenig rebellisch die deutsche Jugend ist | Hero Images via Getty Images
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  • Die neue Sinus-Jugendstudie zeigt: Junge Menschen in Deutschland sind sehr wenig rebellisch
  • Außerdem wird deutlich: Jugendliche sind tolerant und interessieren sich für die Flüchtlingsthematik
  • Die Studie arbeitet nur mit wenigen Interviews, die dafür sehr ausführlich und persönlich ausfallen

Strebsam, pragmatisch und fast schon überangepasst: Noch nie seit der Nachkriegszeit ist die Jugend in Deutschland so wenig rebellisch wie heute gewesen. Das ist ein Hauptergebnis der neuen Sinus-Jugendstudie, die Sozialwissenschaftler am Dienstag in Berlin vorstellten.

Jugendliche suchen Geborgenheit - und zeigen Toleranz

Die Sehnsucht nach Geborgenheit und Orientierung in einer zunehmend unübersichtlichen Welt lasse Teenager eine ungewöhnlich große Nähe zur Elterngeneration suchen, lautet eine Erklärung dafür. Von einem "Schulterschluss mit der Elterngeneration" ist in der Studie gar die Rede.

Zu weiteren Ergebnissen zählt, wie sehr Teenager das Thema Flüchtlinge interessiert und wie tolerant viele der Zuwanderung gegenüberstehen. Teenager zeigten eher Mitgefühl mit Flüchtlingen, als sich besorgt zu zeigen.

Dazu kommt ein Pragmatismus, den die Forscher der jungen Generation generell attestieren. Zuwanderung sehen viele Jugendliche nur so lange als akzeptabel an, wie die Kapazitäten für eine gelungene Integration ausreichen.

Ressentiments gegen Flüchtlinge fanden sich auch - allerdings häufig in Form von Stereotypen, die Teenager vom Hörensagen kannten. Die Wissenschaftler erklären sich die Offenheit auch mit der multi-ethnischen Wirklichkeit, in der viele Jugendliche heute aufwachsen, vor allem in großen Städten.

Studie gilt als seriös und aussagestark

Zum dritten Mal seit 2008 haben Jugendforscher im vergangenen Jahr 14- bis 17-Jährige nach ihren Meinungen und Gefühlen gefragt.

Die Ergebnisse der Studie basieren auf langen und persönlichen Interviews mit 72 Teenagern aus verschiedenen Milieus, erläuterte Projektleiter Marc Calmbach. Die Forschung schätzt diese Methode wegen ihrer Tiefenschärfe als seriös ein. Für die repräsentative Befragungen der Shell-Studie werden weit mehr Jugendliche interviewt.

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